Neuzulassungen. Weizen: Sinkende Rohproteingehalte, aber höhere und stabile Ertragsleistungen
Nach wie vor steht ein hohes Ertragspotential im Mittelpunkt der Sortenentwicklung.
Nach wie vor steht ein hohes Ertragspotential im Mittelpunkt der Sortenentwicklung. Gerade beim Qualitätsweizen zeigt sich jedoch, dass der Rohproteingehalt als klassisches Vermarktungskriterium zunehmend im Spannungsfeld zwischen Ertrag, Umweltbedingungen und Stickstoffeffizienz steht. Seit der Neuausrichtung der Qualitätseinstufung im Jahr 2019 wird der Rohproteingehalt nicht mehr direkt in der Klassifizierung berücksichtigt. Dennoch ist er in der Praxis weiterhin ein bedeutsamer Parameter bei der Sortenwahl. Denn neben der Düngung beeinflusst auch die Genetik ganz wesentlich die Proteinausbildung. Auffällig ist, dass keine der aktuellen Neuzulassungen über eine Einstufung von APS 4 im Proteingehalt hinauskommt. Somit sind die Qualitäten eher im unteren bis mittleren Bereich einzuordnen.
Darüber hinaus stellen der Wegfall bzw. die Einschränkung wichtiger Pflanzenschutzwirkstoffe sowie zunehmende Resistenzen bei Ungräsern und Krankheiten neue Anforderungen an die Züchtung. Neben hohen Erträgen und guten Qualitäten rückt die Pflanzengesundheit immer stärker in den Fokus. Außerdem wird im Herbizideinsatz künftig eine CTU-Toleranz der Sorten unerlässlich, um auf Problemstandorten Ackerfuchsschwanz, Weidelgras und weitere Ungräser zu bekämpfen. Nicht zuletzt müssen moderne Sorten ein ausgewogenes agronomisches Gesamtpaket mitbringen.
- sichere Brotweizenqualität
- fusariumgesund
- verlängerte Kornfüllungsphase
Joshi ist eine ertragsstarke Sorte mit solider Qualität und guter Verarbeitungseignung. Hervorzuheben ist die Kombination aus sicherer Brotweizenqualität und verlängerter Kornfüllungsphase, was zur stabilen Kornentwicklung beiträgt. Zurückzuführen ist das auf das frühe Ährenschieben bei gleichzeitig mittelfrüher Abreife. Der Wuchstyp ist relativ lang, woraus Schwächen in der Standfestigkeit resultieren. Sowohl Pflanzenlänge als auch Standfestigkeit wurden mit APS 6 eingestuft. Ein gezielter und etwas höherer Wachstumsreglereinsatz ist daher notwendig. Die Halmbruchanfälligkeit liegt mit APS 5 im mittleren Bereich. Im Stoppelweizenanbau sollte daher auf eine angepasste Bestandesführung geachtet werden.
In der Blattgesundheit zeigt Joshi ein differenziertes Bild: Positiv ist die sehr gute Einstufung gegenüber Mehltau (APS 2). Braunrost wurde mit APS 3 bewertet, Gelbrost und Septoria mit APS 4. Eine Schwäche zeigt sich mit APS 6 bei DTR, weshalb dieser Krankheit besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden sollte. Die Fusariumanfälligkeit liegt bei APS 4, wodurch sich Joshi grundsätzlich für den Anbau nach Mais eignet.
Der Ertragsaufbau basiert auf einer mittleren Bestandesdichte, einer mittleren Kornzahl sowie einem guten TKG (APS 6). Die Kornerträge liegen auf solidem Niveau (APS 7 in beiden Behandlungsstufen) bei guter Ertragsstabilität. Qualitativ überzeugt Joshi mit einem hohen Hektolitergewicht (APS 6) und guter Fallzahlstabilität (APS 7). Der Rohproteingehalt wurde mit APS 3 eingestuft und ermöglicht eine sichere Brotweizenqualität.
- flexibel im Anbau
- gute Fuß- und Blattgesundheit
- fallzahlstabil
Bei KWS Lonnie liegt der Fokus auf Gesundheit, Anbausicherheit und solider Qualität. Die Sorte richtet sich insbesondere an Betriebe, die Wert auf einen reduzierten Pflanzenschutzmittelaufwand legen. Sie schiebt mittelfrüh die Ähren und reift auch mittelfrüh ab (jeweils APS 5). Die mittellangen Pflanzen verfügen über eine durchschnittliche Standfestigkeit.
Hervorzuheben ist die gute Fußgesundheit mit einer geringen Anfälligkeit für Halmbruch (APS 3). Damit eignet sich die Sorte auch für den Anbau als Stoppelweizen. Zudem ist KWS Lonnie resistent gegen die Orangerote Weizengallmücke. Und auch die Blattgesundheit ist insgesamt gut. Gegenüber Mehltau, Septoria und Braunrost ist die Widerstandskraft mit APS 3 gut. Gegenüber Gelbrost wurde sie sogar mit APS 2 eingestuft. Besonders hervorzuheben ist die vergleichsweise gute Ährengesundheit. Bei einer Fusariumtoleranz von APS 4 ist auch ein Anbau nach Mais recht unproblematisch.
Bei guter Bestandesdichte und mittlerer Kornzahl ist das TKG eher unterdurchschnittlich (APS 4). Die Ertragsleistung liegt mit APS 7 im unbehandelten und APS 6 im behandelten Anbau auf einem soliden Niveau. Qualitativ überzeugt KWS Lonnie mit sehr guten Hektolitergewichten (APS 7), stabilen Fallzahlen (APS 6) und einem mittleren Rohproteingehalt (APS 4). Der Sedimentationswert liegt bei APS 6. Hervorzuheben sind die sehr guten Backeigenschaften mit hoher Mehlausbeute, guter Volumenausbeute und einer ausgewogenen Teigbeschaffenheit. Im Anbau punktet die Sorte vor allem durch ihre hohe Flexibilität. Sie lässt sich problemlos in unterschiedliche Fruchtfolgen integrieren.
- mittelspäte Sorte
- gute Rostgesundheit
- sehr gute Backeigenschaften
Lembas zeichnet sich durch eine ausgewogene Kombination aus Gesundheit, Verarbeitungseignung und stabiler Ertragsleistung aus. Durch die mittelspäte Entwicklung ist ein Anbau als »Anschlusssorte« zur Entzerrung von Arbeitsspitzen während der Ernte gut möglich.
Der Wuchstyp ist kurz, die Strohstabilität liegt mit APS 5 im mittleren Bereich, sodass eine normale Wachstumsreglerstrategie ausreicht. Die Halmbruchanfälligkeit wurde ebenfalls mit APS 5 eingestuft. Die Blattgesundheit liegt bei Lembas insgesamt auf gutem Niveau. Besonders positiv sind die sehr guten Einstufungen gegenüber Mehltau und Gelbrost (jeweils APS 2). Braunrost liegt bei APS 3, Septoria bei APS 4 und DTR bei APS 5. Mit einer Fusariumanfälligkeit von APS 4 eignet sich die Sorte grundsätzlich auch für den Anbau nach Mais.
Der Ertrag wird gebildet über eine mittlere Bestandesdichte, eine eher geringe Kornzahl sowie ein sehr hohes TKG (APS 7). Die Kornertragsleistung ist solide (APS 7 in beiden Behandlungsvarianten). Qualitativ erreicht Lembas gute Fallzahlen (APS 6) und mittlere Hektolitergewichte (APS 5). Der Rohproteingehalt ist mit APS 2 vergleichsweise gering. Besonders hervorzuheben sind die sehr guten Backeigenschaften und die vielseitigen Verarbeitungsmöglichkeiten. Das unterstreichen die hohen Mehl- und Volumenausbeuten.
- Hochertragssorte
- CTU-verträglich
- frühe Reife
SU Horizon schiebt früh die Ähren und reift auch früh ab (jeweils APS 4). In Kombination mit einem kurzen standfesten Wuchs (APS 4) bietet das eine gute Basis für eine sichere Bestandesführung. Die mittlere Halmbruchanfälligkeit (APS 5) erfordert jedoch beim Anbau als Stoppelweizen eine intensive Beobachtung der Bestandesentwicklung.
Die Blattgesundheit ist solide. Besonders hervorzuheben ist die sehr gute Einstufung gegenüber Gelbrost (APS 2). Abwehrstark zeigt sich SU Horizon aber auch gegenüber Mehltau, Septoria und Braunrost (jeweils APS 3). Die Ährenfusariumanfälligkeit liegt im mittleren Bereich. Somit können in Risikosituationen nach Maisvorfrucht gezielte Pflanzenschutzmaßnahmen notwendig sein.
Qualitativ überzeugt SU Horizon trotz eines sehr niedrigen Rohproteingehalts (APS 1) mit guten Backeigenschaften. Hohe Werte bei Mehlausbeute, Volumenausbeute und Teigelastizität unterstreichen die Eignung für die Verarbeitung. Vor allem bei hohen Erträgen ist die Gefahr der Eiweißausdünnung hoch. Damit bietet die Sorte keine Vermarktungssicherheit als Qualitätsweizen. Die Fallzahl ist hoch und stabil, was gerade bei Ernteunterbrechungen hilfreich ist. Weitere Merkmale wie ein hohes TKG und ein solides Hektolitergewicht runden das Qualitätsprofil ab.
Ertraglich zählt SU Horizon mit Spitzenerträgen (APS 9) sowohl im behandelten als auch im unbehandelten Anbau zu den leistungsstärksten Neuzulassungen. Als Kompensationstyp verfügt sie über eine hohe Anpassungsfähigkeit. Zudem ist die Sorte CTU-tolerant. Sie verträgt also eine Behandlung mit diesem Herbizidwirkstoff gut. Wegen der ausgeprägten Frohwüchsigkeit sind spätere Saattermine zu bevorzugen. Gleichzeitig sollte die Andüngung im Frühjahr zeitig erfolgen, um das Ertragspotential auszuschöpfen. Die Auswinterungsgefahr ist durchschnittlich.
- Hybridweizen
- hohe Ertragsleistung und -stabilität
- CTU-verträglich
SU Hyclass erweitert das Hybridweizensortiment um eine leistungsstarke, ertragsstabile und anpassungsfähige Sorte. Sie zeigt eine gute Blatt- und Ährengesundheit sowie überzeugende Backeigenschaften. Darüber hinaus ist sie resistent gegen die Orangerote Weizengallmücke.
In der Entwicklung ist SU Hyclass früh. Das gilt sowohl für das Ährenschieben als auch für die Reife (APS 4). Damit eignet sich die Sorte besonders für trockenere Standorte und Regionen mit zunehmendem Wasserstress. Bei mittlerer Pflanzenlänge und Standfestigkeit sind normale Wachstumsreglermaßnahmen ausreichend. Die Halmbruchanfälligkeit liegt ebenfalls auf mittlerem Niveau. Dies sollte man beim Anbau als Stoppelweizen im Blick haben.
Die Blattgesundheit ist ausgewogen. Gegenüber Mehltau und Gelbrost ist die Einstufung gut. Die Septoria-, DTR- und Fusariumabwehr wurde jeweils mit APS 4 bewertet. Als Einzelährentyp bildet SU Hyclass auffallend große und gut ausgebildete Körner mit sehr hohem TKG (APS 7). Dabei wurde die Sorte in der behandelten Variante mit APS 8 eingestuft und in der unbehandelten mit APS 9. In den Wertprüfungen erzielte sie durchweg hohe und stabile Erträge. Auch die Qualität liegt auf gutem Niveau. Das Hektolitergewicht ist hoch, die Fallzahl mit APS 6 stabil. Der Rohproteingehalt wurde mit APS 3 bewertet. Bei sehr hohen Erträgen kann jedoch eine Eiweißausdünnung auftreten. Hohe Mehl- und Volumenausbeuten sowie gute Teigeigenschaften sorgen für eine gute Backeignung.
In der Bestandesführung zeigt sich SU Hyclass flexibel in der Aussaat, wobei die für Hybridweizen üblichen geringeren Saatstärken berücksichtigt werden müssen. Die CTU-tolerante Sorte eignet sich vor allem für frühe bis mittlere Saattermine. Spätsaaten sind nicht zu empfehlen, da die Bestockung dafür nicht ausreichend ausgeprägt ist. Aufgrund der deutlichen Frühwüchsigkeit sollte die Düngung zeitig und startbetont erfolgen, um das hohe Ertragspotential abzusichern.
- robuster Kompensationstyp
- frühe Reife
- breites Saatzeitfenster
Kingkong ist eine sehr robuste, anpassungsfähige und ertragsstabile Neuzulassung. Besonders in stressgeprägten Lagen zeigt sie ihre Stärken als kompakter, leistungsfähiger Kompensationstyp. Auf ein frühes Ährenschieben folgt eine ebenfalls frühe Abreife (beides APS 4).
Die Pflanzen sind sehr kurz und verfügen über eine mittlere Standfestigkeit, sodass eine normale Wachstumsreglerstrategie meist ausreicht. Die Halmbruchanfälligkeit liegt bei APS 5. Somit sollte die Eignung als Stoppelweizen standortabhängig geprüft werden. Im Bereich der Blattgesundheit zeigt Kingkong ein insgesamt stabiles, aber differenziertes Bild. Die Mehltau- und Gelbrostabwehrkraft ist mit APS 2 gut. Gegenüber Septoria und Braunrost wurde sie mit APS 4 eingestuft. Eine deutliche Schwäche zeigt sich mit APS 6 bei DTR. Die Fusariumanfälligkeit liegt bei APS 5, was im Maisweizenanbau eine angepasste Fungizidstrategie erfordert.
Das unterdurchschnittliche TKG (APS 4) kompensiert die Sorte über die Bestandesstruktur. Die Ertragsleistungen wurden mit APS 8 im behandelten und APS 7 im unbehandelten Anbau eingestuft. Dabei realisiert Kingkong mittlere Hektolitergewichte und stabile Fallzahlen (jeweils APS 6). Der Rohproteingehalt liegt bei APS 3. Die Backeigenschaften sind insgesamt gut, mit hoher Mehlausbeute, jedoch unterdurchschnittlicher Volumenausbeute bei gleichzeitig guter Teigelastizität.
Besonders hervorzuheben ist die sehr gute Herbstentwicklung. Damit sind sowohl frühe als auch späte Saattermine möglich. Durch die ausgeprägte Frohwüchsigkeit eignet sich Kingkong auch für schwierige Standorte und Höhenlagen. Zudem zeigt die Sorte eine geringe Auswuchsneigung und übersteht auch Trockenphasen gut.
- sehr ertragsstark
- CTU-verträglich
- hohe Stickstoffeffizienz
LG Resonanz ist eine ertragsstarke und sehr anpassungsfähige B-Weizensorte. Sie zeigt sowohl in extensiven als auch in intensiven Anbausystemen eine hohe Stabilität und Flexibilität. Durch das mittelfrühe Ährenschieben und die mittelspäte Abreife (APS 6) ist die Kornfüllungsphase recht lang. Damit kann die Sorte ihr Ertragspotential in der Regel voll ausschöpfen.
Aus dem eher langen Wuchs ergibt sich eine etwas schwächere Standfestigkeit (APS 6). Das erfordert einen erhöhten Wachstumsreglereinsatz – besonders bei intensiver N-Versorgung oder lagergefährdeten Standorten. Die Halmbruchanfälligkeit liegt bei APS 5 und sollte vor allem im Stoppelweizenanbau beachtet werden.
Die Blattgesundheit ist insgesamt gut. Gegenüber Mehltau, Septoria und DTR ist die Abwehrkraft solide (APS 3 bzw. 4). Besonders hervorzuheben ist die sehr gute Rostgesundheit mit der Bestnote APS 1 gegenüber Gelbrost und APS 2 gegenüber Braunrost. Die Ährenfusariumanfälligkeit liegt bei APS 4. Damit ist auch ein Anbau nach Mais möglich.
Der Ertrag wird über eine hohe Bestandesdichte, eine eher geringere Kornzahl und ein sehr hohes TKG aufgebaut. Als Kompensationstyp erreicht LG Resonanz sehr hohe Erträge von APS 9 im unbehandelten und APS 8 im behandelten Anbau.
Durch ihre enorme Anpassungsfähigkeit eignet sich die Sorte unter anderem auch für Mulchsaaten und Trockengebiete. Zudem verfügt sie über eine gute Winterhärte, eine hohe N-Effizienz und ein breites Saatzeitfenster. Aufgrund dieser Eigenschaften wird LG Resonanz auch im ökologischen Anbau geprüft. Zudem ist die Sorte CTU-tolerant und für alle Vorfrüchte geeignet. Qualitativ zeichnet sie sich durch hohe Hektolitergewichte, gute Fallzahlen (APS 7) und niedrige Rohproteingehalte (APS 2) aus. In ertragsstarken Jahren kann es daher zu einer deutlichen Eiweißverdünnung kommen. Der Sedimentationswert liegt bei APS 6. Insgesamt bietet die Sorte mit sehr hohen Mehlausbeuten bei durchschnittlichen Volumenausbeuten gute Backeigenschaften.
- sehr ertragsstark
- stoppelweizentauglich
- CTU-verträglich
SU Finish überzeugt vor allem durch hohe Ertragsleistungen, eine gute Standfestigkeit und solide Verarbeitungseigenschaften. Bei mittelfrühem Ährenschieben und mittelfrüher Reife lässt sich diese CTU-tolerante Sorte gut in bestehende Arbeitsabläufe integrieren. Die Pflanzen sind kurz und standfest (beides APS 4). Positiv hervorzuheben ist die geringe Halmbruchanfälligkeit (APS 3). Damit ist auch ein Anbau als Stoppelweizen möglich.
Bei der Blattgesundheit ergibt sich ein differenziertes Bild. Gegenüber Mehltau ist die Einstufung mit APS 2 sehr gut. Die Septoria- und Braunrostabwehrkraft liegt bei APS 4. Eine Schwäche zeigt sich dagegen bei Gelbrost mit APS 5. Deshalb sollten entsprechende Standorte und Befallssituationen sorgfältig beobachtet werden. Auch die Fusariumanfälligkeit wurde mit APS 5 eingestuft. Daher sollte die Fungizidstrategie insbesondere auf den Schutz vor Ährenfusarium ausgerichtet werden – vor allem nach Mais und entsprechenden Witterungsbedingungen in der Blüte.
Der Ertrag wird über eine mittlere Bestandesdichte, eine hohe Kornzahl und ein mittleres TKG aufgebaut. Die Kornertragsleistungen hat das Bundessortenamt mit APS 8 im behandelten und APS 9 im unbehandelten Anbau bewertet. Damit zählt SU Finish zu den leistungsstärkeren Sorten im B-Weizensegment. Und auch die Qualität ist solide. Hektolitergewicht und Fallzahl wurden mit APS 6 bewertet. Der Rohproteingehalt liegt mit APS 2 auf einem eher niedrigen Niveau. Der Sedimentationswert erreicht APS 5. Insgesamt bietet SU Finish gute Backeigenschaften sowie eine solide Volumenausbeute, wodurch die Sorte trotz niedrigerer Proteinwerte eine verlässliche Verarbeitung ermöglicht.
- Hybridweizen
- anpassungsfähig und trockentolerant
- Hochertragssorte
SU Hystoric ist die zweite Hybridweizensorte, die in diesem Jahr zugelassen wurde. Besonders auf frühsommertrockenen Standorten zeigt sie besondere Stärke durch eine lange Kornfüllungsphase und eine robuste Bestandesentwicklung. Auf ein sehr frühes Ährenschieben (APS 3) folgt eine frühe Reife (APS 4).
Bei mittellangem Wuchs und mittlerer Standfestigkeit (APS 5) ist eine normale Wachstumsreglerstrategie ausreichend. Bei organischer Düngung oder hoher N-Nachlieferung kann ein etwas intensiverer Wachstumsreglereinsatz sinnvoll sein.
Durch das Pch1-Resistenzgen ist die Halmbruchgesundheit gut. Damit ist ein Anbau als Stoppelweizen möglich. Und auch die Blattgesundheit ist solide: Die Mehltauabwehr wurde mit APS 3 bewertet, die gegen Septoria und DTR jeweils mit APS 5. Bei Gelbrost ist die Einstufung mit APS 2 sehr gut. Die Braunrostanfälligkeit liegt bei APS 4.
Die Widerstandskraft gegenüber Ährenfusarium hat das Bundessortenamt mit APS 4 bewertet. Damit eignet sich SU Hystoric auch für den Anbau nach Mais. Insgesamt kann die Fungizidintensität auf einem moderaten Niveau gehalten werden.
Der Ertragsaufbau erfolgt über eine mittlere Bestandesdichte, eine erhöhte Kornzahl und ein hohes TKG (APS 7). Dabei bildet die Sorte große Körner aus und erreicht ein überdurchschnittliches Hektolitergewicht. Der Kornertrag wurde in beiden Behandlungsvarianten mit APS 9 eingestuft, wobei die Ertragsstabilität hervorragend ist. Die Fallzahlen liegen auf mittlerem Niveau, der Rohproteingehalt ist mit APS 2 eher niedrig. In Hochertragsjahren kann die Sorte daher in Richtung C-Weizen tendieren.
Für Anbausicherheit sorgen zudem die CTU-Verträglichkeit, ein ausgeprägtes Wurzelsystem sowie robuste Pflanzen. Dabei kann SU Hystoric von September bis Oktober ausgesät werden und ist bei der Vorfrucht sehr flexibel. Aufgrund der sehr frühen und frohwüchsigen Entwicklung ist eine frühzeitige, startbetonte Düngung zur Ertragsabsicherung wichtig.
- gute Blattgesundheit
- hohe Fallzahlen
- saatzeitflexibel
WPB Lamant bietet eine hohe Anbausicherheit. Vor allem bei der Gelbrostresistenz setzt die Sorte Maßstäbe (APS 1). Sie schiebt mittelfrüh die Ähren und reift auch mittelfrüh ab. Bei mittellangem Wuchs ist die Standfestigkeit durchschnittlich, sodass ortsübliche Wachstumsreglermaßnahmen ausreichend sind. Bei hoher N-Nachlieferung oder erhöhtem Lagerdruck sollten die Wachstumsreglermengen angepasst werden. Die Halmbruchanfälligkeit liegt mit APS 5 im mittleren Bereich, was vor allem im Stoppelweizenanbau eine sorgfältige Beobachtung notwendig macht.
Die Blattgesundheit ist insgesamt gut, mit Ausnahme einer erhöhten Anfälligkeit für DTR (APS 6). Gegenüber Mehltau zeigt sich die Sorte sehr widerstandskräftig (APS 2). Gegenüber Braunrost ist sie mit APS 3 eingestuft und gegenüber Septoria mit APS 4. Die Fusariumanfälligkeit wurde mit APS 5 bewertet. Daher ist vor allem nach Mais Vorsicht geboten. Die Fungizidstrategie sollte je nach Standort und Vorfrucht insbesondere auf Halmbruch, DTR und Ährenfusarium ausrichtet werden.
Beim Ertragsaufbau handelt es sich um einen Kompensationstyp mit mittlerer Bestandesdichte, mittlerer Kornzahl und gutem Tausendkorngewicht (APS 6). Die Sorte erzielt sowohl im behandelten als auch im unbehandelten Anbau hohe und stabile Erträge (jeweils APS 8).
In der Bestandesführung ist WPB Lamant flexibel. Bei frühen bis mittleren Saatterminen kann mit ortsüblicher Saatstärke gearbeitet werden. Ab November sollte man die Saatstärke jedoch etwas erhöhen, um eine ausreichende Bestandesdichte sicherzustellen. Die Sorte ist nicht CTU-tolerant, verträgt aber bis zu 900 g/ha.
Qualitativ wird ein mittleres Hektolitergewicht erreicht (APS 5) sowie eine hohe und stabile Fallzahl (APS 7). Der Rohproteingehalt liegt mit APS 2 auf eher niedrigem Niveau. Dadurch kann es insbesondere in Hochertragsjahren zu einer Eiweißausdünnung kommen. Dennoch bietet die Sorte für einen Brotweizen gute Backeigenschaften mit überzeugender Volumenausbeute und guten Verarbeitungseigenschaften.
- begrannter A-Weizen
- frohwüchsig
- qualitätsstark
Barbalino wurde als A-Weizen speziell für den ökologischen Landbau gezüchtet und überzeugt vor allem mit guten Qualitätseigenschaften, einer starken Konkurrenzkraft gegenüber Beikräutern sowie sehr guten Verarbeitungseigenschaften. Die begrannte Sorte richtet sich an Betriebe, die Wert auf eine robuste Pflanzenentwicklung und eine sichere Backqualität legen. Sie zeichnet sich durch eine sehr frohwüchsige Jugendentwicklung aus und schiebt früh die Ähren, während die Druschreife im mittleren Bereich liegt.
Der Wuchstyp ist mit APS 9 sehr lang und sorgt in Verbindung mit der hohen Massebildung (APS 7) für einen ausgezeichneten Bodendeckungsgrad. Dadurch kann die Sorte Verunkrautung effektiv unterdrücken. Gleichzeitig geht der starke Wuchs mit einer erhöhten Lageranfälligkeit (APS 6) einher.
Barbalino ist unterdurchschnittlich anfällig für Septoria und verfügt über gute Einstufungen bei Gelbrost (APS 3) und Braunrost (APS 2). Besonders positiv hervorzuheben ist die gute Fusariumgesundheit mit APS 3, wodurch sich die Sorte auch für den Anbau nach Mais eignet. Der Ertrag wird über eine mittlere Bestandesdichte, eine mittlere Kornzahl sowie ein eher geringes TKG (APS 4) gebildet. Die Kornertragsleistung bewegt sich mit APS 5 auf mittlerem Niveau. Hingegen überzeugt Barbalino qualitativ auf ganzer Linie. Das Hektolitergewicht und die Fallzahl wurden jeweils mit APS 5 bewertet. Hervorzuheben sind der hohe Rohproteingehalt (APS 7), der gute Feuchtklebergehalt und der sehr hohe Sedimentationswert (APS 8). Diese Eigenschaften sorgen für hervorragende Back- und Verarbeitungseigenschaften.
- robuster B-Weizen
- strohstabil
- späte Abreife
Die Sorte Bo weist einen Rohproteingehalt von APS 3 auf. Das Hektolitergewicht liegt bei APS 5, die Fallzahl erreicht mit APS 7 ein hohes Niveau. Der Feuchtklebergehalt wurde mit APS 2 eingestuft, während der Sedimentationswert mit APS 7 sehr hoch ausfällt. Insgesamt zeigt die Sorte gute Backeigenschaften.
Bo punktet in der Blatt- und Ährengesundheit. Auch die Qualitätseigenschaften sind solide. Bei spätem Ährenschieben und mittlerer Abreife eignet sich die Sorte gut zur Ergänzung früherer Sortentypen. Der Bodendeckungsgrad sowie die Massebildung liegen jeweils auf mittlerem Niveau. Die Pflanzen sind recht lang (APS 7), zeigen jedoch eine gute Strohstabilität und Standfestigkeit (APS 4). Dadurch ist das Lagerrisiko relativ gering.
In der Blattgesundheit präsentiert sich Bo ausgewogen. Die Septoriaabwehrkraft wurde mit APS 4 bewertet. Gegenüber Gelbrost liegt die Einstufung bei APS 2 und gegenüber Braunrost bei APS 3. Positiv hervorzuheben ist die gute Ährengesundheit mit einer Fusariumbenotung von APS 3. Die Sorte erzielt mittlere bis gute Kornerträge (APS 6) – verbunden mit einer stabilen Kornqualität und einem überdurchschnittlichen TKG (APS 6).
- Futterweizen
- hohe Ertragsleistung
- späte Abreife
Radar schiebt spät die Ähren und reift auch spät ab (APS 6). Der Bodendeckungsgrad liegt im mittleren Bereich, während die Massebildung eher unterdurchschnittlich ausfällt. Die Pflanzen sind kurz, strohstabil und standfest mit insgesamt solider Blattgesundheit. Die Septoria- und Braunrostanfälligkeit liegt bei APS 4. Die Gelbrostabwehr wurde mit APS 2 als sehr gut eingestuft, die Ährenfusariumgesundheit mit APS 4.
Der Ertrag wird über eine überdurchschnittliche Bestandesdichte, eine hohe Kornzahl sowie ein eher niedriges TKG (APS 4) aufgebaut. Damit ergibt sich ein sehr hohes Kornertragspotential, das mit APS 9 zur Spitzengruppe zählt. Qualitativ liegt der Fokus weniger auf der Fütterung. Der Rohproteingehalt ist mit APS 1 sehr niedrig. Auch die Fallzahl und das Hektolitergewicht fallen recht schwach aus (APS 3 bzw. 2). Damit handelt es sich bei Radar eindeutig um einen ertragsorientierten C-Weizen.
- qualitätsstarker A-Weizen
- rost- und ährengesund
- sehr guter Bodendeckungsgrad
Wolpertinger überzeugt durch sehr hohe Qualitäten und bester Blatt- und Ährengesundheit. Auf das mittlere Ährenschieben folgt eine mittlere Reife. Damit lässt sich die Sorte gut in viele Anbausysteme einfügen. Die Pflanzenlänge liegt bei APS 6 und sorgt gemeinsam mit der hohen Massebildung für eine sehr gute Bodenbedeckung. Trotz des längeren Wuchses ist die Lagerneigung mit APS 4 relativ gering.
Bei der Blattgesundheit sind die sehr guten Einstufungen gegenüber Braun- und Gelbrost hervorzuheben (jeweils APS 2). Die Septoriaabwehrkraft liegt mit APS 5 auf mittlerem Niveau. Auch sorgt die geringe Fusariumanfälligkeit (APS 3) für eine gute Ährengesundheit. Das TKG ist überdurchschnittlich. Der Kornertrag liegt mit APS 5 auf mittlerem Niveau. Der Schwerpunkt der Sorte liegt damit klar auf Qualität und Gesundheit statt auf maximaler Ertragsleistung. Wolpertinger überzeugt mit einem hohen Rohproteingehalt (APS 7), gutem Feuchtklebergehalt sowie einem hohen Sedimentationswert. Ergänzt wird dies durch gute Fallzahlwerte (APS 5) und sehr gute Backeigenschaften.
- strohstabiler A-Weizen
- gute Unkrautunterdrückung
- relativ kurze Kornfüllungsphase
Zerberus verbindet eine robuste Jugendentwicklung mit soliden Erträgen und guten Verarbeitungseigenschaften. Durch das späte Ährenschieben und die mittlere Abreife ist die Kornfüllungsphase relativ kurz. Der lange Wuchs (APS 6) sorgt zusammen mit der mittleren Massebildung für einen guten Bodendeckungsgrad. Dennoch ist die Lageranfälligkeit gering (APS 3).
Bei der Blattgesundheit zeigt die Sorte ein differenziertes Bild. Die Gelbrostabwehr wurde mit APS 3 bewertet, die von Braunrost dagegen nur mit APS 5. Eine deutliche Schwäche besteht mit APS 6 gegenüber Septoria. Die Fusariumanfälligkeit liegt bei APS 4 und ermöglicht grundsätzlich auch den Anbau nach Mais.
Der Kornertrag liegt mit APS 7 auf einem guten Niveau. Qualitativ erzielt Zerberus gute Hektolitergewichte (APS 6) und stabile Fallzahlen (APS 6). Der Rohproteingehalt liegt bei APS 4, der Feuchtklebergehalt bei APS 3. Besonders hervorzuheben ist der sehr hohe Sedimentationswert (APS 8), der die gute Backqualität unterstreicht.
- gute Verarbeitungseigenschaften
- hohe Erträge
- späte Abreife
Die Sortenvielfalt bei Winterhartweizen ist nach wie vor sehr überschaubar. Plasmadur ergänzt das Portfolio. Die Sorte zeichnet sich vor allem durch eine hohe Glasigkeit der Körner, einen ausgeprägten Gelbpigmentgehalt sowie eine solide Ertragsleistung aus. Die Aussaat erfolgt typischerweise im Zeitraum September bis Oktober. Die Ähren werden spät geschoben, und auch die Abreife erfolgt spät (APS 6). Die Pflanzen sind mittellang und verfügen über eine gute Standfestigkeit (APS 4). Damit kann der Wachstumsregleraufwand in der Regel moderat ausfallen.
Die Blattgesundheit ist insgesamt gut. Die Mehltau- und Gelbrostabwehr wurde mit APS 3 bewertet und DTR mit APS 4. Gegenüber Septoria ist die Anfälligkeit mit APS 5 etwas erhöht. Und auch die Fusariumanfälligkeit wurde mit APS 5 eingestuft. Darauf sollte die Fungizidstrategie ausgerichtet werden – insbesondere bei entsprechenden Vorfrüchten wie Mais. Im Ertragsaufbau zeigt sich Plasmadur als klassischer Kompensationstyp mit mittlerer Bestandesdichte, erhöhter Kornzahl und mittlerem TKG. Das Kornertragspotential wurde in beiden Behandlungsvarianten mit APS 7 eingestuft. Beim Blick auf die Qualität fällt eine überdurchschnittliche Sortierung auf. Das Hektolitergewicht liegt auf mittlerem Niveau, während die Fallzahl mit APS 7 sehr stabil ist. Der Rohproteingehalt liegt bei APS 4. Das ist eine solide Einstufung für einen Durum. Zudem ist die Neigung zu Dunkelfleckigkeit gering. Somit ist Plasmadur bestens für die Nudel- und Hartweizenverarbeitung geeignet.