Lebensmittelsicherheit. Gefühlte und echte Risiken
Ob ein Produkt ein Risiko darstellt oder nicht, lässt sich bei Lebensmitteln wissenschaftlich meist gut ermitteln. Aber die Wahrnehmung der Bevölkerung ist eine andere. Was als »Risiko« gilt und warum, erklärt Andreas Hensel.
Kennen Sie das Märchen von einem, der auszog das Fürchten zu lernen? Und was hat es mit gefühlten und echten Risiken bei Lebensmitteln zu tun? Nun, das wird sich gleich zeigen. In dem Märchen will ein junger Mann das »Gruseln« lernen. Er besiegt Gespenster in einem Spukschloss, aber es gruselt ihn nicht. Erst als die Prinzessin ihm nachts einen Eimer mit kaltem Wasser und lebenden Fischen ins Bett schüttet, bekommt er es mit der Angst zu tun. Der junge Mann fürchtet sich nicht, wo er sich fürchten sollte, und er ängstigt sich, wo es nicht nötig wäre.
Die Umfragen, die der Verbrauchermonitor des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) regelmäßig erhebt, zeigen in mancher Hinsicht ein ähnliches Muster. Viele Verbraucher sorgen sich um Themen, die aus Sicht der gesundheitlichen Risikobewertung kaum Anlass zur Beunruhigung bieten und mehr ein »gefühltes Risiko« darstellen. Gleichzeitig hat man kein großes Problem bei Sachverhalten, die aus BfR-Warte echte Risiken sind. Einige Beispiele zu vorgegebenen Verbraucherthemen aus dem BfR-Verbrauchermonitor im Mai 2025: