Interview. »Das Risiko liegt in der Zubereitung«
Das BfR hat in seiner MEAL-Studie typische Gerichte und Lebensmittel aus dem Supermarkt zubereitet. Wir haben Mandy Stadion gefragt, ob sie darin Schadstoffe nachweisen konnte.
Frau Dr. Stadion, Sie haben 60.000 Lebensmittel eingekauft und diese haushaltstypisch zubereitet. Was haben Sie genau gemacht?
Gekocht, gebraten oder gebacken – je nachdem. Insgesamt haben wir 356 verschiedene Lebensmittel und Gerichte berücksichtigt. Diese decken über 90 Prozent der am häufigsten verzehrten Lebensmittel ab.
Waren dabei auch selten konsumierte Lebensmittel?
Ja, beispielsweise Algen, bestimmte Tierlebern und Wildfleisch. Alle Lebensmittel haben wir verzehrfertig zubereitet, dann püriert und auf Schad- und Nährstoffe untersucht. So konnten wir auch Stoffe berücksichtigen, die sich während der Lagerung und Zubereitung verändern oder neu entstehen.
Und was steckt in unserem Essen?
Insgesamt haben wir auf mehr als 330 verschiedene Stoffe untersucht. Neben verschiedenen Vitaminen und Mineralstoffen (z. B. Folsäure, Jod etc.), Prozess- und Umweltkontaminanten (z. B. Acrylamid oder Dioxine), zählen dazu auch Zusatzstoffe, Schimmelpilzgifte sowie Rückstände von Pestiziden und Tierarzneimitteln. Ein wichtiges Fazit unserer Untersuchung ist, dass die Sicherheit der Lebensmittel in Deutschland sehr hoch ist.