Nährstoffversorgung. Aktivieren Sie die Schätze im Untergrund
Wie können tiefwurzelnde Zwischenfruchtmischungen optimiert werden, um Hauptfrüchten wie Mais einen besseren Zugang zu Nährstoffen und Wasser im Unterboden zu ermöglichen? Genau das wird in dem Verbundprojekt RootWayS untersucht. Michaela Dippold und Henrik Füllgrabe stellen die bisherigen Ergebnisse vor.
Zwischenfrüchte sind ein bewährtes Mittel, um Auswaschung und Erosion zu mindern und zugleich Humusaufbau und Bodenfruchtbarkeit zu fördern. Bei zunehmend limitiertem Nährstoffangebot und immer unberechenbareren Niederschlägen ruhen verstärkt Hoffnungen auf der positiven Wirkung des Zwischenfruchtanbaus. Eine oft übersehene Chance liegt in der Tiefe – dem Unterboden. Tiefwurzelnde Zwischenfruchtmischungen bieten eine Möglichkeit, um die vorhandenen Unterbodenressourcen zu erschließen. In dem Projekt »RootWayS« wird untersucht, welche Zwischenfruchtspezies kombiniert werden können, um für die Folgekultur Mais effektive Wurzelkanäle zu schaffen.
Unterböden bieten ein bislang wenig genutztes Reservoir an Nährstoffen und Wasser. Das ist inzwischen umfassend erforscht. Zwar sind die Nährstoffgehalte unterhalb der Pflugsohle häufig niedrig. Doch die Gesamtvorräte an einigen Nährstoffen wie Phosphor (P) oder Kalium (K) sind beträchtlich. Ressourcen im Unterboden könnten vor allem bei ausgetrockneten Oberböden relevant werden, da Nährstoffe des Oberbodens aufgrund fehlenden Wassertransports nicht mehr zur Verfügung stehen. Trotz des großen Nährstoffangebots wird im konventionellen Landbau bislang nur ein kleiner Teil des Unterbodenvolumens genutzt. Aus dem ökologischen Landbau gibt es bereits Nachweise, dass die Zugänglichkeit und damit die Verfügbarkeit von Unterbodennährstoffen und -wasser durch Zwischenfrüchte verbessert werden kann.