Schweinestall mit Auslauf auf Stroh
Foto: Benecke

Haltungsform. Stufe 3 und 4 sind nicht attraktiv

Fleisch aus hohen Haltungsstufen ist in aller Munde – allerdings nur sprichwörtlich. Blickt man auf die Zahlen, ist ihr Anteil nach wie vor klein. Wie sich die Verteilung der Haltungsformstufen bei Schweinen in den letzten Jahren entwickelt hat, zeigt Haiko Hofmann.

Alles ausgerichtet auf Haltungsform 3 und höher

Der Lebensmitteleinzelhandel befeuert die Diskussion um die Haltungsform mit Versprechen, bis zu einem Zeitpunkt X nur noch Produkte bestimmter Haltungsformen anbieten zu wollen. Das aktuelle Bundesförderprogramm zum Umbau der Tierhaltung wirkt in dieselbe Richtung. Und seit vielen Jahren bittet die Tierhaltungsbranche selbst die öffentliche Hand um Unterstützung, Stallanlagen modernisieren zu können und damit auch tierwohlfördernde Maßnahmen umzusetzen. Die Richtlinien der Förderung wurden aber leider so gesetzt, dass nur Landwirte unterstützt werden, die in den Haltungsformen 3 bis 5 (Frischluft, Auslauf/Weide und Bio) wirtschaften. Für einige Schweinehalter, die ohnehin umbauen wollten und die nicht unerheblichen Anforderungen der Richtlinien erfüllen, kommt die Förderung natürlich sehr gelegen – die große Mehrheit geht aber weiterhin leer aus. Folglich bleibt sowohl die Inanspruchnahme der Investitionsförderung für Tierwohlställe als auch die Förderung der laufenden Mehrkosten des Betriebs solcher Ställe weit hinter den Erwartungen zurück.

Wie haben sich die Anteile der Haltungsformen entwickelt? 

Im Folgenden werden nur die Haltungsformen 1 bis 4 betrachtet, da die neue Kennzeichnung in fünf Haltungsstufen erst ab 2024 erfolgte. Eine Auswertung der Erzeugerringdaten zeigt, dass der Anteil Betriebe mit reiner Stallhaltung in den letzten Jahren abgenommen hat (Grafik 1). Er liegt aktuell bei rund 28 %. Zeitgleich gab es eine Zunahme bei den Betrieben mit HF 2 (ITW) und zwar auf knapp 69 %. Die höheren Haltungsformen 3 und 4 blieben relativ konstant auf einem kumulierten Niveau zwischen 2,8 und 4 %. Da die absolute Anzahl der Betriebe in diesen Haltungsformen sehr klein ist, ist das Ergebnis vorsichtig zu interpretieren. Zu beachten ist zudem, dass von Betriebsaufgaben im betrachteten Zeitraum besonders Schweinehalter mit HF 1 und 2 betroffen waren.

 

Grafik Verteilung der Haltungsformen
Erzeugerringauswertung nach Haltungsformen in der Mast (WJ 2023/24)

Geringere Leistung in höheren Haltungsformen

In Kürze