Cecospora. Die Bekämpfung wird anspruchsvoller
Ein immer aggressiverer Erreger und langsamer wirkendende Fungizide: Zur Strategie gegen Cercospora gehört neben dem rechtzeitigen Spritzstart und den richtigen Wirkstoffen auch die Pflanzenernährung sowie das Nacherntemanagement. Maximilian Rüdt gibt einen Überblick.
SBR und Stolbur beherrschen aktuell die Schlagzeilen über den Rübenanbau, aber nach wie vor verursacht Cercospora beticola eklatante Einbußen im Ertrag und Zuckergehalt der Rüben. Das durchweg ideale Infektionswetter führte im vergangenen Jahr zu einer epidemischen Verbreitung der Krankheit,
sodass die Rüben in vielen Regionen bei einer nicht angepassten Bekämpfungsstrategie einen kompletten Blattwechsel vollzogen. Auch Sortenunterschiede in puncto Cercosporatoleranz kamen deutlich zum Vorschein.
Für dieses Jahr muss man sich bewusst sein, dass das Ausgangsinokulum – gerade in den Starkbefallsregionen von 2024 –entsprechend hoch ist. Grund genug, sich intensiv mit der Biologie des Pilzes und einer Bekämpfungsstrategie auseinanderzusetzen.
Biologie des Pilzes
Optimale Bedingungen für die Sporenbildung, Keimung und Infektion sind Temperaturen von 23 bis 35 °C bei 90 bis 95 % relativer Luftfeuchtigkeit über einen Zeitraum von fünf bis acht Stunden. Infektionen sind aber auch bei Temperaturen zwischen 12 und 40 °C möglich, wenn die relative Luftfeuchte mehrere Tage lang zwischen wenigen Stunden und einem ganzen Tag (je nach Temperatur) mehr als 90 % beträgt. Regen ist dafür nicht unbedingt notwendig, starker Tau bis in die späten Vormittagsstunden reicht bei entsprechenden Temperaturen aus. Letztes Jahr war im Sommer vielerorts fast jeden Tag starker und lang anhaltender Tau die Regel – die Erklärung für den massiven Infektionsdruck.
Je höher die Temperatur, desto schneller erfolgt die Infektion. Um genauere Aussagen über die Entwicklungsgeschwindigkeit des Pilzes treffen zu können, muss die Inkubationszeit berücksichtigt werden. Sie beträgt bei Cercospora 220 bis 280 °C-Tage. Das bedeutet, meist werden innerhalb von sieben Tagen bis zwei Wochen nach der erfolgten Primärinfektion in den ersten erkennbaren Sporenlagern neue Konidien gebildet, aus denen sich dann die Epidemie entwickeln kann. Primärinfektionen mit Cercospora erfolgen meist schon Mitte Juni (bzw. 10 bis 14 Tage nach Reihenschluss) im 12- bis 14-Blatt-Stadium der Zuckerrüben. Sie werden aber oft nicht beachtet. Ein bis zwei Wochen später kann sich der Pilz, wenn erneut Infektionsbedingungen gegeben sind, epidemisch von Pflanze zu Pflanze ausbreiten und ist dann nur noch schwer zu stoppen.