Zucker: Kampagnestart bei Pfeifer & Langen
Der rheinische Rübenanbau steht unter Druck durch Wetter und Schädlinge. Wegen schwacher Preise haben Landwirte weniger Rüben angebaut.
Am Dienstag begann die Zuckerrübenkampagne im Anbaugebiet von Pfeifer & Langen im ostwestfälischen Werk Lage. Heute folgen die ersten Rüben im Werk Könnern (Sachsen-Anhalt), am 15. September startet die Kampagne in Jülich und Appeldorn, ab dem 22. September produziert das Werk Euskirchen Rübenzucker (alle drei in NRW). Im Durchschnitt wird die Kampagne bei Pfeifer&Langen knapp 120 Tage dauern. Aufgrund der erwarteten Rübenmenge in Lage wird die Saison dort besonders lang und intensiv, bis voraussichtlich Ende Januar, teilt der Kölner Zuckerhersteller mit. Die Transportwege vom Feld zur Fabrik betragen durchschnittlich 50 km. Den Erzeugerpreisindex für Zucker für Juli gibt das Bundesagrarministerium (BMLEH) mit 127 an. Vor einem Jahr lag der Erzeugerpreisindex bei 210 (Referenzwert: 2021=100).
Ernte mit Licht und Schatten – geringere Flächen und süßere Rüben
Die Anbauflächen fallen in diesem Jahr kleiner aus, da die Mengen gemeinsam mit der Landwirtschaft an den Marktbedarf angepasst wurden. Viele landwirtschaftliche Betriebe haben angesichts der schwierigen Marktlage in Bezug auf die Zuckerpreise weniger Rüben angebaut. Wetterextreme bleiben für den Rübenanbau eine unberechenbare Herausforderung. Unter diesen Bedingungen erwartet Pfeifer & Langen eine solide Durchschnittsernte – mit tendenziell süßeren Rüben als im Vorjahr.
Neben dem Wetter sind Schädlinge für die Landwirtschaft zunehmend herausfordernd. Besonders die Schilf-Glasflügelzikade ist in einigen Anbauregionen ein Thema, vor allem rund um das Werk Könnern. Dort erprobt Pfeifer & Langen in einer Modellregion gemeinsam mit der Landwirtschaft sowie Wissenschaft, Züchtern und Zuckerrübenanbauerverbänden, wie der Befall eingedämmt werden kann. Auch Blattläuse und Blattkrankheiten verursachen jährlich steigenden Druck. Mit systematischem Monitoring – von Blattläusen über Blattflecken bis zu Zikaden – kann die Anbauberatung des Unternehmens Landwirtinnen und Landwirte frühzeitige Handlungsempfehlungen geben. Die gesammelten Daten fließen in eine nationale Datenbank ein und tragen zu wirksamen Gegenmaßnahmen bei. Ergänzend setzt der Zuckerhersteller mit einem Kooperationspartner kleinräumlich auf eigene Wettermodelle, die Prognosen zur Krankheitsentwicklung verbessern helfen.
Investitionen in Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeitsstrategie
Pfeifer & Langen treibt gezielt den Ausbau seiner Werke mit Investitionen in die Effizienz und Klimaziele voran. In der Zuckerfabrik Lage entsteht eine neue mechanische Erdentwässerung, die im Oktober 2025 fertiggestellt und vollständig digital dokumentiert wird – ein wichtiger Schritt zur Modernisierung des Werks. Erhebliche Investitionen sind notwendig, um die mit den Rüben ins Werk gelangende Erde aufzubereiten und künftig einer breiteren Wiederverwendung zuzuführen, etwa im Landschaftsbau. Im Werk Jülich bereitet sich das Unternehmen mit der Modernisierung der Elektroenergieverteilung auf zukünftige Maßnahmen zur Reduktion des Energiebedarfs durch Elektrifizierung vor. In Könnern stehen ökologische Maßnahmen im Mittelpunkt, darunter die Renaturierung und Arbeiten am Auflandeteich. Darüber hinaus nutzt das Unternehmen Abwärme aus der Zuckerproduktion künftig noch stärker für die Elektrifizierung der Prozesse.
Das Unternehmen verfolgt ehrgeizige Klimaziele und strebt an, bis spätestens 2040 an allen Standorten klimaneutral zu produzieren (Scope 1 und 2).
In Kooperation mit agrarticker.de.