Raps: Globale Vorräte sollen wachsen
Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) geht unverändert von einer weltweiten Rekordernte 2026/27 für Raps aus. Großer Optimismus für Ernten der Top-Exporteure.
Wie schon im Mai unterstellt das US-Agrarressort (USDA) auch in seinem Juni-Wasde für das Wirtschaftsjahr 2026/27 eine Rapsernte in Höhe von fast 95 Mio. t. Das wäre ein neuer Rekordwert, der das Vorjahresergebnis um noch einmal gut 1 Mio. t übersteigt. Basis dieser Annahme sind sehr große Ernteprognosen für Kanada, Australien und die Ukraine, die zum Teil deutlich von den in den Ländern kursierenden Schätzungen abweichen – und zwar nach oben.
(Zu) hohe Prognosen für Kanada, Australien und die Ukraine
So stellt die US-Behörde für Kanada eine Ernte auf Höhe des Vorjahresniveaus von 22 Mio. t in Aussicht. Das sind fast 3 Mio. t mehr, als das kanadische Statistikamt (Statcan) Ende Mai voraussagte. Für Australien rechnet das USDA ebenfalls unverändert zum Vormonat mit einer Rapsernte von 6,8 (Vorjahr: 7,8) Mio. t. Das australische Agrarressorts hingegen hatte seine Prognose Anfang Juni deutlich nach unten korrigiert auf nur noch 6,2 Mio. t.
Auch die für die Ukraine projizierten 4,4 (Vorjahr: 3,5) Mio. t erscheinen angesichts der Berichte über die Folgen der ungünstigen Witterung während der Wintermonate überhöht. Zumal die Flächenschätzung des USDA mit 1,5 Mio. ha satte 36 Prozent über der Schätzung des Ukrainischen Agrarrates (UAC) liegt.
EU-Prognose auf Linie
Die Erwartungen an die EU sind da weniger zweifelhaft. Die im Juni vorhergesagten 20,5 Mio. t reihen sich ein in die Prognosen von EU-Kommission und Coceral, die die EU-Rapsernte 2026 im Bereich von 20,3 bis 20,8 Mio. t sehen.
Im Hinblick auf die äußerst positiven Ernteerwartungen des USDA verwundert es wenig, dass die US-Marktbeobachter 2026/27 von einem Aufbau der globalen Rapsvorräte ausgehen. Doch damit es dazu kommt, müssen die großen Ernten der Top-Exporteure erst einmal eingefahren werden. Aktuell bestehen daran berechtigte Zweifel. Aber wenn das Wetter mitspielt, können die Karten in den kommenden Monaten nochmal neu gemischt werden.
In Kooperation mit agrarticker.de.