Raps: Dürre schadet der EU-Ernte
Die EU-Kommission ihre Prognose für die EU-Rapsernte 2026 nach unten korrigiert. EU-Herkünfte könnten im 2. Halbjahr von einem knappen Rapsangebot am Weltmarkt profitieren.
Die Ernteprognose der EU-Kommission ist unter die Marke von 20 Mio. t Raps gerutscht und damit hinter das Vorjahresergebnis zurückgefallen. So kürzten die Brüsseler Analysten ihre Erwartung an die gemeinschaftsweite Erzeugung gegenüber dem Vormonat um 1,1 auf 19,8 Mio. t ein. Das Vorjahresergebnis würde damit um etwa 400.000 t verfehlt.
Dabei wird eine gegenüber der Maiprognose nochmals um 50.000 ha auf 6,25 Mio. ha nach oben korrigierte Erntefläche durch eine niedriger angesetzte Ertragsprognose zunichte gemacht. Gegenüber Ende Mai ging es hier um 6 Prozent abwärts auf 3,24 (Vorjahr: 3,34) t/ha. Ursächlich dafür sind die erwarteten Ertragsverluste durch die lang anhaltende Trockenperiode bei gleichzeitig extremer Hitze in weiten Teilen der EU.
Den Rapsbedarf in der Staatengemeinschaft sieht die EU-Kommission aktuell mit gut 25 Mio. t auf Vorjahresniveau. Gegenüber der Maischätzung fällt die Verbrauchsprognose 2026/27 aber 1,3 Mio. t kleiner aus. Den Importbedarf während der neuen Saison setzen die Marktbeobachter mit 5,7 Mio. t an. Das sind 200.000 t weniger als noch im Mai angenommen, aber immer noch mehr als die für die auslaufende Saison geschätzten 5,5 Mio. t.
Sinkende Exporte großer Anbieter
Mit Blick auf die Entwicklungen in der Ukraine, Kanada und Australien dürfte Rapssaat “Made in EU” in den kommenden Monaten stärker gefragt sein. In der Ukraine fahren die Landwirte nach Einschätzung lokaler Agrarverbände wohl eine im Jahresvergleich leicht größere Erntemenge ein. Die Exporte von Rapssaat dürften aber sinken, weil die politisch forcierte Rapsverarbeitung im Inland immer stärker zunimmt. Im Gegenzug verkauft die Urkraine immer mehr Öl- und Schrot ins Ausland.
Auch in Kanada erreicht die Rapsverarbeitung immer neue Rekordwerte. Die Kanadier profitieren von der hohen Nachfrage der USA nach Rapsöl als Rohstoff in der Biodieselerzeugung. Mit Blick auf die zum Vorjahr um voraussichtlich 2,6 Mio. t geringere Rapsernte 2026 wird auch das Rapsangebot des weltweit größten Anbieters weiter sinken. Und in Australien verpasst die Vorhersage unterdurchschnittlicher Niederschläge in den kommenden Monaten den Ernteerwartungen einen Dämpfer. Anfang Juni schätzte das Agrarministerium in Canberra die Rapsernte 2026 auf 6,2 Mio. t, der von hohen Ernten geprägte Fünfjahresdurchchnitt würde damit um 800.000 t verfehlt.
In Kooperation mit agrarticker.de.