Niedrigwasser: Rhein-Pegel historisch niedrig
Die Erschwerniszuschläge steigen und treffen auch die Landwirte.
Am Montag, 3. August 2026, erreichte der Pegelstand in Kaub am Rhein nur noch 24 cm. Es ist der niedrigste Stand seit 120 Jahren. Tendenz weiter fallend, da keine Niederschläge in Sicht sind. Die Folgen sind nach den Worten von Agrar-Geschäftsgebietsleiter bei der ZG Karlsruhe, Dr. Richard Volz, spürbar: Schiffe können ihre Ladekapazitäten nur noch eingeschränkt nutzen, Frachtraum ist knapp und die Transportkosten stiegen durch Niedrigwasserzuschläge an. Gleichzeitig muss die ZG Lagerkapazitäten frühzeitig disponieren, um ausreichend Platz für die frühe Maisernte Ende August zu schaffen. Volz bezeichnet die Lage als dramatisch, weil der Pegel so tief fällt und das bereits im Hochsommer. Denn der August ist eigentlich der Monat mit der höchsten Verdunstung.
Nur noch ein Drittel zu beladen
“Wir bleiben als Erfassungshandel auf den Kosten der Erschwerniszuschläge sitzen”, so der Geschäftsleiter. Der Handel trägt die Kosten gegenüber den Lieferungen zu den Verarbeitern, wie es beim Mais in den fob-Geschäften vereinbart ist. Die Weizentransporte verteuern sich dadurch, da die Schiffe nur noch ein Drittel der normalen Kapazität an Fracht derzeit aufnehmen können. Die Landwirte erhalten zwar höhere Erzeugerpreise, doch reduzieren sich diese um die gestiegenen Frachtkosten.
In der neuen Kalkulation werden die Kosten auf den Landwirt abgewälzt. Betragen die Frachten normal um die 15 bis 18 €/t, sind es jetzt 35 bis 38 €/t, so Volz. Er spricht von einem Jahrhundertniedrigwasser. Schiffe verlassen den ZG-Terminal im Hafen Karlsruhe mit derzeit 390 t Getreide, normal können die Frachter 1.200 t laden. Um die Ware zu den Empfänger zu transportieren, setzt die ZG derzeit LKW ein. Eine Schiffsladung von 1.000 t entsprechen rund 40 LKW-Ladungen.
Logistik muss funktionieren
Einen Schwerpunkt legt die ZG künftig auf eine schlagkräftige Logistik. Der Umschlag muss schneller drehen. Angesichts der unterschiedlichen Qualitäten. müssen Händler die passenden Käufer finden. “Hier müssen wir die Wege besser vordenken. Eine Investition in Beton ist nicht die Lösung”, erklärt Volz die künftige Ausrichtung. Die ZG wolle sich wieder mehr auf LKW ausrichten, um gegenüber Niedrigwasser vorbereitet zu sein. Dazu braucht es eine schnellere Kapazität der LKW-Beladung.