Wasserhanf-Pflanze
Ersteller: JJ Gouin Quelle: JJ Gouin, stock.adobe.com

USA. Wasserhanf: Zwischen Ratlosigkeit und neuen Verfahren

Wasserhanf ist der Ackerfuchsschwanz des US-Mittelwestens. Der Druck dieser Amarant-Art auf die Sojabestände wächst – und die Grenzen der Chemie werden immer deutlicher. In Illinois wurden Anfang 2026 erstmals Populationen mit einer Resistenz gegen Glufosinat bestätigt. Damit sind dort inzwischen Resistenzen gegen alle Wirkstoffgruppen nachgewiesen, die bislang zur Nachauflaufbekämpfung von Wasserhanf in Mais und Sojabohnen wirksam waren. Entsprechend breit suchen Wissenschaftler und Landwirte nach Alternativen.

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Selbst Metribuzin, ein alter Wirkstoff aus den 1970er- und 1980er-Jahren, rückt wieder in den Fokus. In Versuchen der University of Illinois erreichte der Wirkstoff bei einer gegen sechs Herbizid­klassen resistenten Population noch 92 % Kontrolle sechs Wochen nach der Saat.

Daneben geht es zunehmend darum, den Auflauf zu unterdrücken und vor allem neuen Sameneintrag zu verhindern. Beim »planting green« werden Sojabohnen direkt in einen noch lebenden, gut entwickelten Roggenbestand gesät. In Versuchen ließ sich damit der frühe Wasserhanfbesatz teilweise um mehr als die Hälfte reduzieren. Auch frühere Saattermine und engere Reihen sollen den Bestand schneller schließen. 

Andere Ansätze konzentrieren bei der Ernte anfallende Unkrautsamen hinter dem Mähdrescher in 30 bis 50 cm breiten »chaff lines«, statt sie über die ­gesamte Fläche zu verteilen. Selbst tiefes Vergraben der Samen mit dem Schälpflug wird wieder erprobt – ausgerechnet im Land der Direktsaat! Und wo einzelne Wasserhanfpflanzen den Bestand überragen, bleibt mitunter nur Handarbeit.

Warum der Aufwand gerechtfertigt sein kann, zeigt eine aktuelle Untersuchung der University of Missouri. Forscher untersuchen dort mehr als 1.500 Bodenproben aus 29 Counties auf ihren Unkrautsamenvorrat. 52 Arten wurden bislang gefunden; Wasserhanf ist das mit Abstand häufigste Sommerunkraut. Auf einzelnen Flächen errechneten die Wissenschaftler einen Vorrat von bis zu 235 Mio. Wasserhanfsamen/ha. Nur etwa 5 bis 10 % des Bodensamenvorrats laufen in einem Jahr auf. Doch schon das reicht aus, um enorme Besätze hervorzubringen. So ist Spot Spraying natürlich völlig aussichtslos. Umso wichtiger wird das Ziel, möglichst keinen neuen Samen mehr in den Boden gelangen zu lassen.