Katharina Skau

Meinung Schimmelpilzbelastung. Image schlägt Tatsachen

Eine Studie des Bundesinstituts für Risiko­bewertung über Mykotoxine in Soja-, Mandel- oder Haferdrinks zeigt, dass diese in pflanzlichen Milchalternativen vorkommen können.

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Das Image der vermeintlich gesünderen Alternativen darf nicht blenden.

Möglicherweise bewerten Verbraucher solche Produkte weniger kritisch, weil sie häufig mit einem gesunden Image verbunden werden. Vielen ist daher laut der Studie nicht bewusst, dass auch Pflanzendrinks unerwünschte Stoffe wie Aflatoxin B1, Ochratoxin A oder T-2-/HT-2-Toxine enthalten können. Nur 15 % der Befragten gaben an, dass sie schon einmal davon gehört hätten, dass Gifte aus Schimmelpilzen auch in Pflanzendrinks vorkommen können.

In diese Diskussion passt auch eine britische Untersuchung der Cranfield University von 212 pflanzlichen Produkten, darunter Fleischalter­nativen und ebenfalls pflanzliche Getränke. In jedem getesteten Produkt wurde mindestens eines von 19 untersuchten Mykotoxinen nachgewiesen; die Konzentrationen lagen jedoch unter den einschlägigen europäischen Richtwerten.

Beide Untersuchungen bedeuten natürlich nicht automatisch, dass pflanzliche Alternativen gesundheitlich bedenklich sind. Sie zeigen jedoch, dass auch diese Produkte sachlich und kritisch bewertet werden sollten. Pflanzenbasierte Lebensmittel sind nicht automatisch frei von Risiken – entscheidend sind die konkrete Produktgruppe, die Belastungshöhe und die Verzehrmenge. Also gelten für Hafermilch und vegane Leberwurst dieselben Regeln wie für alle anderen Lebensmittel auch – nicht wirklich überraschend.