Holding. Ein Dach für den Familienbetrieb
Landwirtschaftliche Betriebe werden zunehmend komplexer. Energieprojekte, Tierhaltung, Dienstleistungen oder Vermarktung werden häufig in eigenen Gesellschaften organisiert. Eine Holding kann helfen, diese Aktivitäten zu bündeln, Risiken zu trennen und die Nachfolge vorzubereiten. Hermann und Harm Spils ad Wilken zeigen, worauf es ankommt.
Wer mehrere Betriebe, Gesellschaften oder Beteiligungen unter einem Dach führt, kennt die Herausforderung: Die Unternehmensstruktur soll steuerlich effizient sein, Risiken begrenzen und langfristig tragfähig bleiben. Holdingstrukturen rücken deshalb auch in der Landwirtschaft zunehmend in den Fokus.
In der Praxis fällt der Blick dabei häufig zuerst auf die GmbH-Holding. Ausschüttungen zwischen Tochter- und Muttergesellschaft sind weitgehend steuerfrei, Veräußerungsgewinne werden steuerlich begünstigt behandelt. Doch die Entscheidung für die passende Holdingstruktur lässt sich nicht allein anhand der Steuerbelastung treffen. Fragen der Haftung, der Verlustverrechnung und vor allem der Unternehmensnachfolge spielen mindestens eine ebenso wichtige Rolle.
Zudem hat die reformierte Thesaurierungsbegünstigung nach § 34a EStG die Ausgangslage für Personengesellschaften verändert (siehe »Hohe Gewinne klüger versteuern« in Heft 7/2026). Die vermeintlich einfache Antwort auf die Frage nach der richtigen Holdingstruktur ist damit deutlich komplexer geworden.