Freiflächen-PV und Batteriespeicher. Neue Erlösmodelle?
Was früher stark politisch geprägt war, wird heute zunehmend marktwirtschaftlich entschieden: Auch für Solarstrom zählt nicht mehr nur die Erzeugung, sondern auch die Vermarktung. Batteriespeicher werden zum Schlüssel. Cord Amelung zeigt, worauf es ankommt.
Der Ausbau der Photovoltaik schreitet voran und hat sich zur tragenden Säule der Energiewende entwickelt. Im Segment der Freiflächenanlagen ist Solarstrom heute die kostengünstigste Form der Stromerzeugung. Technischer Fortschritt und sinkende Modulpreise haben die Wettbewerbsfähigkeit deutlich verbessert. Doch die wirtschaftlichen Spielregeln haben sich gedreht: Die Renditen bleiben vielerorts hinter den Erwartungen früherer Ausbauphasen zurück. Das klassische Modell – produzieren und einspeisen – trägt immer weniger. Entscheidend wird, wann Strom vermarktet wird. Genau hier setzen Batteriespeicher an.
Freiflächenanlagen profitieren weiterhin von Skaleneffekten. Gleichzeitig bleibt die Erlösseite angespannt. Am Beispiel einer 80-MWp-Anlage liegen die spezifischen Erträge bei rund 950 kWh/kWp, während die Vergütung häufig nur zwischen etwa 4,6 Ct/kWh (EEG) und rund 5 Ct/kWh (Spotmarkt) erreicht. Die Folge: Eigenkapitalrenditen bewegen sich oft nur im unteren einstelligen Bereich.
Hinzu kommt ein strukturelles Problem: Negative Strompreise nehmen zu. Für PV-Anlagen bedeutet das nicht nur entgangene Erlöse, sondern real steigende Gestehungskosten. Allein nicht vergütete Einspeisung schlägt mit rund 0,5 bis 1 Ct/kWh zu Buche. Damit verschiebt sich die zentrale Stellgröße: Nicht die produzierte Menge entscheidet über die Wirtschaftlichkeit, sondern der Zeitpunkt der Einspeisung.