Betriebsvergleich: Ein Polster für schlechtere Zeiten
Die DLG-Spitzenbetriebe hatten ein erfolgreiches Wirtschaftsjahr 2024/25. Viele konnten Rücklagen bilden, die für das laufende Jahr dringend nötig sind. Stefan Weber analysiert die Produktionskennzahlen.
Mit durchschnittlich 10,91 Ct/kg ECM kalkulatorischem Betriebszweigergebnis (kalk. BZE) lieferten die DLG-Spitzenbetriebe im Wirtschaftsjahr 2024/25 ein ähnlich gutes Ergebnis wie 2022/23. Sie stammen aus ganz Deutschland und stellen als Spitzenbetriebe der jeweiligen Region die Daten ihrer Betriebszweigauswertung auf Vollkostenbasis für den Vergleich zur Verfügung. Aus neun Bundesländern wurden 249 Betriebe unterschiedlichster Gesellschaftsformen und Faktorausstattungen berücksichtigt. Davon halten 188 Betriebe Kühe der Rasse Schwarzbunt, 36 melken Fleckviehkühe. Im Mittel stiegen die Leistungen aus dem Milchverkauf auf 51,9 Ct/kg ECM
(+ 19,8 % zum Vorjahr), wie Übersicht 1 zeigt. Aber die Erlöse aus den Koppelprodukten sind aufgrund der anhaltend hohen Rindfleischpreise mit 6,05 Ct/kg ECM (+ 24,5 % zum Vorjahr) überproportional gestiegen.
Mit den deutlich höheren Gesamterlösen von 59,17 Ct sind erwartungsgemäß auch die Produktionskosten leicht auf 48,26 Ct/kg ECM angestiegen. Die Kostensteigerung von 1,84 Ct/kg ECM verteilte sich gleichmäßig auf alle Positionen. Dabei waren die Futterkosten erneut die mit Abstand wichtigste Kostenstelle, die sich im Vergleich zum vergangenen Wirtschaftsjahr auf 24,12 Ct/kg ECM stabilisieren konnte. Sie setzen sich mit einem Anteil von über 50 % an den Gesamtkosten fast zu gleichen Teilen aus den Kosten für Kraft- und Grobfutter zusammen. Die Arbeitserledigungskosten sind im Vergleich zum Vorjahr um 0,81 Ct/kg ECM angestiegen, wobei die hohen Mechanisierungskosten zunehmend an Bedeutung gewinnen. Überproportional teuer ausfallende Mechanisierungskosten sollten sich zumindest positiv auf die Personalkosten auswirken.