Auslaufhaltung. Die Fütterung mit umstellen
Die vom konventionellen Standard abweichende Haltungsumgebung in Ställen mit Auslauf macht ein verändertes Management nötig. Das gilt auch für die Fütterung. Lars Dettmar zeigt auf, wo häufige Stolpersteine liegen.
Mal eben von Stall- auf Auslaufhaltung umstellen – das gibt es im realen Leben nicht. Dem Wechsel voraus geht immer eine intensive Auseinandersetzung mit Vermarktungsmöglichkeiten, Genehmigungsrecht und baulicher Umsetzung. Und auch das Management eines Haltungssystems mit Auslauf hält ganz neue Herausforderungen bereit. Insbesondere bei der Fütterung gibt es einiges zu beachten, um die Tiere gesund zu halten.
Die Auslaufhaltung beim Schwein gilt als besonders tiergerecht, da sie arttypische Verhaltensweisen wie Wühlen, Erkunden, Bewegung und außerdem Klimareize ermöglicht. Damit verbunden sind aber gleichzeitig erhöhte Anforderungen an das Haltungsmanagement. Klimareize, auch im Zusammenhang mit der Klimaerwärmung, erfordern ein besonderes Augenmerk auf die thermoregulatorischen Ansprüche des Schweines. Denn als Liegekühler – das Schwein hat keine funktionalen Schweißdrüsen und zudem eine isolierende Fettschicht – ist es besonders anfällig für Hitzestress, der Wohlbefinden und Leistungsvermögen beeinträchtigt. Hier ist eine gezielte Anpassung der Futterration im jahreszeitlichen Verlauf und die Versorgung mit hygienisch einwandfreiem Tränkewasser entscheidend.