Wirtschaftskrieg. Solar in China, Öl in den USA
Im Machtkampf zwischen den USA und China geht es vor allem um Geopolitik, Handelswege und Rohstoffe. Es ist aber auch eine Frage der Technologie und der zukünftigen Energieversorgung.
Spätestens mit dem Eingreifen der USA in Venezuela und der unverhohlenen Drohung, sich Grönland auf die ein oder andere Weise einzuverleiben, wird klar, dass es um eine Neuaufteilung der Welt zwischen den Machtblöcken USA, China und Russland geht.
Eng damit verknüpft ist auch die Frage der Energieversorgung. Russland braucht Devisen und kann derzeit gar nicht anders, als seine verbliebenen zivilen Ressourcen in Gas und Öl zu investieren (zum Beispiel durch den Neubau einer Gaspipeline nach China), und die USA unter der Trump-Administration setzen ebenfalls ganz auf Öl (daher auch der Militäreinsatz in Venezuela, das Land mit den weltweit größten Ölreserven). Die Chinesen hingegen sehen ihre industrielle Zukunft in neuen strombasierten Technologien. Das gilt nicht nur für KI – da sind die USA weiter unangefochten Vorreiter – sondern auch für deren Einsatz in Produktionsprozessen oder bei E-Autos. Gerade erst im Januar hat die Regierung in Peking beschlossen, dass drei bis fünf KI-Systeme tief in wichtige industrielle Produktionsprozesse eingreifen sollen. Weitere 500 Blaupausen will Peking für den Einsatz der KI in anderen Industrien und Fertigungen vorbereiten lassen, um Chinas Produktionskapazitäten in allen Wirtschaftsbereichen schnell auszubauen.