
Weizen-Neuzulassungen. Die Schwerpunkte verschieben sich
Auch bei den diesjährigen Neuzulassungen steht ein hohes Ertragspotential im Fokus.
Auffallend ist gerade bei »Qualitätsweizen«, dass der Rohproteingehalt als entscheidenes Vermarktungskriterium teilweise etwas zu kurz kommt. Seit 2019 wird der Proteingehalt bei der Qualitätseinstufung nicht mehr berücksichtigt. Dennoch spielt er bei der Sortenwahl eine wichtige Rolle, da neben der N-Düngung auch die Genetik großen Einfluss auf die Proteinausbildung hat. Vor allem bei eingeschränkter Düngung (Rote Gebiete) sind Sorten gefordert, die dennoch hohe Erträge und vermarktungsfähige Partien liefern. Daher gewinnt die N-Effizienz der Sorten zunehmend an Bedeutung.
Zudem wird durch das Auslaufen vieler Pflanzenschutzwirkstoffe eine gesunde Genetik immer wichtiger. Anfällige Sorten, die einen intensiven Fungizideinsatz erfordern, werden künftig an Bedeutung verlieren. Diesbezüglich zeigen die Neuzulassungen deutliche Fortschritte.
Nicht zuletzt haben natürlich die Witterungsbedingungen entscheidenden Einfluss auf den Erfolg des Weizenanbaus. Hier sind Sorten gefordert, die den zunehmend wärmeren und trockeneren Frühsommern standhalten können.
- hoher Rohproteingehalt
- winterhart
- Kompensationstyp
Nachdem es im vergangenen Jahr keinen neuen E-Weizen gab, wurde 2025 wieder eine Sorte zugelassen. Vor allem durch die DüV wird es immer schwieriger, mit geringeren N-Düngermengen gute Qualitäten zu erzeugen. E-Weizen bietet sich auch wegen seines höheren Düngerbedarfs an. Die Neuzulassung Emmerto liefert hohe Rohproteingehalte (APS 7), exzellente Sedimentationswerte (APS 9) und ein gutes Hektolitergewicht (APS 6). Beim Proteingehalt ist sie vergleichbar mit KWS Emerick. Der kurze strohstabile Wuchstyp erlaubt eine reduzierte Wachstumsreglerstrategie. Die Sorte verfügt außerdem über eine gute Winterhärte. Und auch die Blattgesundheit ist gut mit APS 2 bei Mehltau und Gelbrost sowie APS 4 bei Braunrost und Septoria. Die Halmbruchanfälligkeit liegt im mittleren Bereich, eine frühe Fungizidbehandlung kann hier erforderlich sein. Die Fusariumsbewertung (APS 5) erfordert bei Maisvorfrucht Aufmerksamkeit, vor allem bei witterungsbedingt hohem Infektionsdruck. Mit einem Kornertrag von APS 6 (unbehandelt) bzw. APS 5 (behandelt) liefert Emmerto gute Ergebnisse für einen E-Weizen. Als ausgewogener Kompensationstyp kombiniert die Sorte Kornzahl, Korngewicht und Bestandesdichte ausgewogen, was sie weniger anfällig für Ertragsschwankungen macht.
- gute Blattgesundheit
- verlängerte Kornfüllungsphase
- CTU-empfindlich
Bei WPB Fulco handelt es sich um einen frühen A-Weizen mit rundem Sortenprofil. Im Frühjahr entwicklt sich die Sorte zeitig und beginnt dann auch früh mit dem Ährenschieben (APS 4). Die Abreife ist leicht verzögert (APS 5). Diese Kombination verlängert die Kornfüllungsphase, was vor allem in Trockenjahren von Bedeutung sein kann. Bei mittellangem Wuchs ist die Lagerneigung überdurchschnittlich (APS 6). Das muss bei der Wachstumsreglerstrategie berücksichtigt werden. Mit Blick auf Fuß- und Ährenkrankheiten ist die Widerstandskraft mittelmäßig, was vor allem beim Anbau als Stoppel- oder Maisweizen zu beachten ist. Mit integrierten Maßnahmen lässt sich das Risiko aber abmildern. Zeigen sich Symptome, sollte eine Fungizidbehandlung erfolgen. Die Blattgesundheit ist hingegen sehr gut (Gelbrost APS 2, Braunrost und Mehltau APS 3, DTR und Septoria APS 4). Wegen des runden Gesundheitsprofils wird die Sorte auch für den ökologischen Anbau empfohlen.
Als Kompensationstyp mit einem hohen Kornertrag (APS 7 in beiden Stufen) und einem hohen TKG (APS 7) zeigte sich die Sorte in den Wertprüfungsjahren widerstandsfähig. Der Aussaatzeitpunkt kann sehr flexibel gewählt werden. Vorsicht ist aber beim Herbizideinsatz geboten. Der Einsatz von Chlortoluron (CTU) sollte unterbleiben. Mit einer guten Fallzahlstabilität, hoher Wasseraufnahme und Mehlausbeute erfüllt WPB Fulco alle Voraussetzungen für die A-Qualität. Der Rohproteingehalt liegt etwas unter dem Durchschnitt (APS 3), wodurch die Sorte dennoch als Backweizen vermarktet werden kann.
- späte Abreife
- fallzahlstabil
- für alle Standorte geeignet
Loxley ist ein A-Weizen mit hohem Kornertragsvermögen. In beiden Stufen wurde die Sorte mit APS 7 bewertet. Sie bringt alle Grundvoraussetzungen für eine gute A-Qualität mit. Mittlere Sedimentationswerte und hohe Mehl- und Volumenausbeuten können erreicht werden. Auch die hohe Fallzahl und die gute Fallzahlstabilität helfen bei schwierigen Erntebedingungen, vermarktungsfähige Qualitäten zu erreichen. Einzig der Rohproteingehalt liegt für diese Qualitätsstufe unter dem Durchschnitt (APS 1). Bei hohen Erträgen besteht zudem die Gefahr der Eiweißausdünnung, vor allem bei Einschränkungen in der N-Düngung (Rote Gebiete). Da es sich bei Loxley um eine kurzstrohige Sorte (APS 3) mit geringer Lagerneigung handelt, lässt sich der Wachstumsreglereinsatz auf ein geringes Maß reduzieren. Vor allem für Betriebe, die viel Organik einsetzen, kann der Anbau interessant sein. Zudem verfügt die Sorte über eine gute Blattgesundheit. Aufgrund der sehr guten Widerstandskraft gegenüber Mehltau, Blattseptoria, Gelb- und Braunrost sind weniger Fungizidbehandlungen notwendig. Die mittlere Halmbruch- und Ährenfusariumanfälligkeit kann in manchen Jahren aber Handlungsbedarf erfordern (Warndienste beachten!). Bei intensiver Stoppelbearbeitung oder Mulchen der Maisstoppel ist aber auch ein Anbau nach Silomais möglich. In dem Fall sollte aber ganz besonders auf Fusarium geachtet werden.
Wie einige andere Neuzulassungen ist auch Loxley resistent gegenüber der Orangeroten Weizengallmücke. Da es sich um einen späten Kompensationstyp handelt, ist die Saatzeitflexibilität hoch. Auch eine Aussaat nach Rüben ist möglich. Zudem ist die Sorte für alle Standorte geeignet. Sie zeichnet sich durch spätes Ährenschieben und eine späte Abreife aus (APS 6). Damit ist auch ein späterer Erntezeitpunkt möglich. Die starke Ertragsleistung geht vor allem auf die hohe Kornzahl pro Ähre bei mittlerem TKG zurück.
- Hochertragssorte
- gute Blattgesundheit
- resistent gegen die Orangerote Weizengallmücke
Bei KWS Friese handelt es sich um einen ertragsstarken A-Weizen (APS 8 in beiden Kornertragsstufen). In allen drei Wertprüfungsjahren zeigte sich diese Sorte sehr ertragsstabil. In der Abreife ist sie spät (APS 6) und im Ährenschieben sogar noch etwas verhaltener (APS 7). Auch im Frühjahr startet sie nicht ganz so schnell. Vor allem für Betriebe, die einen späteren Weizen für den Ernteabschluss suchen, könnte KWS Friese daher passend sein.
Bei mittellangem Wuchs ist die Standfestigkeit sehr gut. Das ermöglicht einen extensiven Wachstumsreglereinsatz. Zudem ist die Sorte sehr blattgesund (Gelbrost APS 2, Mehltau, Braunrost und Septoria APS 3, DTR APS 4). Dadurch lassen sich Fungizide einsparen. Nur die mittlere Halmbruch- und Fusariumanfälligkeit sollte bei Stoppelweizen oder Maisweizen beachtet werden. Außerdem bringt KWS Friese eine Resistenz gegenüber der Orangeroten Weizengallmücke mit.
Da es sich um einen Einzelährentyp handelt, ist eine geringe Bestandesdichte nötig. Der Ertragsaufbau erfolgt über höhere Kornzahlen pro Ähre und Tausendkorngewichte. Vor allem bei schwierigen Erntebedingungen sollte man die Sorte rechtzeitig dreschen. Mit einer APS 5 in der Fallzahl und mittlerer Fallzahlstabilität droht sonst Auswuchs.
KWS Friese bringt gute Backeigenschaften mit, eine hohe Mehl- und Volumenausbeute sind für die Verarbeitung vorteilhaft. Nachteilig ist der geringe Rohproteingehalt. Mit einer APS 1 ist die Einstufung ähnlich wie bei KWS Keitum (Futterweizen). Den Stickstoff kann die Sorte gut in Ertrag umsetzen. In Hochertragsjahren wird es schwierig, die Eiweißgehalte für eine B-Weizen-Vermarktung zu erreichen.
- winterhart
- gesund und standfest
- gute Unkrautunterdrückung
Kumpel soll die Sorte Asory ablösen und ist damit interessant für Betriebe, die eine gute Backqualität anstreben. Die Entwicklung im Frühjahr ist etwas verhaltener, wodurch auch das Ährenschieben etwas später erfolgt. Dennoch liegt die Abreife im mittleren Erntesegment. Im Gegensatz zu Asory ist Kumpel kurzstrohig und sehr standfest (APS 3).
Die Sorte bringt eine sehr gute Fußgesundheit mit (APS 3 bei Halmbruch), wodurch sie sich auch für den Stoppelweizenanbau und Mulchsaaten eignet. Aber auch gegenüber anderen Krankheiten zeigt sie sich robust und vital. Damit lässt sich der Fungizidaufwand reduzieren. Die Mehltau- und Gelbrostanfälligkeit wurde mit APS 2 bewertet, die Septoria- und Braunrosttoleranz mit APS 3 und DTR mit APS 4. Auch die Ährengesundheit ist mit APS 4 bei Fusarium gut. Damit ist ein Anbau nach allen Vorfrüchten möglich.
Durch die ausgesprochene Winterhärte bietet sich Kumpel auch für auswinterungsgefährdete Standorte an. Die breiten Blätter und die gute Bodenbedeckung sorgen für eine gute Unkrautunterdrückung. Als Korndichtetyp erfolgt die Ertragsbildung über eine mittlere Bestandesdichte und eine hohe Kornzahl pro Ähre. Dadurch sind die TKG etwas unterdurchschnittlich. Dennoch werden in beiden Stufen hohe Kornerträge erreicht. Daneben kann die Sorte auch gute Backqualitäten ausbilden. Eine hohe Fallzahl (APS 8), mittlere Sedimentationswerte und hohe Volumen- und Mehlausbeuten machen sie für die Verarbeitung interessant. Mit einer APS 3 im Rohproteingehalt ist bei hohen Erträgen auch eine Vermarktung als Brotweizen möglich.
- mittelfrühe Sorte
- CTU-verträglich
- gute Blattgesundheit
Filius verspricht sichere und gute A-Qualitäten. Ein hoher Sedimentationswert in Verbindung mit hohem Hektolitergewicht zeigt, dass sowohl die Korndichte als auch die Proteinqualität nicht in den Hintergrund gelangen. Mit einer APS 4 im Rohproteingehalt ist Filius vergleichbar mit den A-Weizensorten SU Jonte, KWS Donovan und RGT Reform. Auch mit Blick auf die Gefahr von Auswuchs braucht man sich mit einer APS 7 bei der Fallzahl weniger Sorgen zu machen.
In den Wertprüfungen hat Filius hohe Erträge in Stufe 1 erreicht (APS 7). In Stufe 2 fielen sie aufgrund der starken Gesundheitsleistung nicht ganz so gut aus (APS 6). Die gute Gesundheit ermöglicht es, Fungizidmaßnahmen zu reduzieren. Gegenüber Blattkrankheiten zeigt sich die Sorte sehr vital (APS 2 bei Gelb- und Braunrost und APS 3 bei Mehltau und Septoria). Der Anbau nach Mais ist gut möglich, da das Ährenfusarium-Risiko eher unterdurchschnittlich ist. Die einzige Krankheit, bei der man aufpassen sollte, ist Halmbruch. Hier zeigt sich eine mittlere Anfälligkeit.
Filius ist ein robuster Kompensationstyp, der auch bei späten Aussaatterminen die erforderliche Bestandesdichte erreicht. Ansonsten kann über die Kornzahl und das überdurchschnittliche Korngewicht kompensiert werden. Die Sorte ist sehr flexibel bei den Aussaatterminen und zudem als CTU-verträglich beschrieben. Als mittelfrühe Sorte – sowohl beim Ährenschieben als auch bei der Abreife – bringt sie eine gute Trockentoleranz mit und bietet sich damit auch auf Standorten mit enormer Frühsommertrockenheit an.
Die Eignung als Stoppelweizen muss in den nächsten Jahren geprüft werden. Aufgrund des mittellangen Wuchses und der mittleren Standfestigkeit reichen die ortsüblichen Wachstumsreglermengen.
- frühe und frohwüchsige Sorte
- hohe N-Effizienz
- gute Ährengesundheit
Bei Intensity stehen hohe Hektolitergewichte, ein überdurchschnittlicher Sedimentationswert und eine hohe Mehlausbeute bei normalen Teigeigenschaften für eine gute A-Qualität. Vor allem auch durch die erzielbaren Rohproteingehalte (APS 4) kann diese Sorte vermarktungsfähige Ware liefern. In beiden Stufen hat sie hohe Kornerträge erreicht (APS 7). Diese Kombination aus hohen Erträgen und Proteingehalten spricht für eine hohe N-Effizienz. Positiv ist zudem das sehr frühe Ährenschieben zu bewerten (APS 3). Bei etwas verzögerter Abreife verlängert sich so die Kornfüllungsphase. Das kann sich vor allem in trockenen Jahren positiv auf den Ertrag auswirken.
Eine rechtzeitige Andüngung ist bei Intensity wichtig, da sie frühzeitig beginnt zu wachsen. Hervorzuheben ist die Ährengesundheit. Mit einer APS 3 bei Ährenfusarium kann die Sorte auch nach Mais angebaut werden. Gegenüber Mehltau, Septoria und Braunrost ist die Einstufung ebenfalls gut (APS 4). Bei Gelbrost wurde sie mit APS 2 bewertet.
Bei Halmbruch änderte das Bundessortenamt die Einstufung von APS 5 auf APS 3. Aufgrund des Pch1-Gens ist
die Sorte halmbruchtolerant und daher auch stoppelweizentauglich. Der kurze Wuchs sorgt für eine gute Standfestigkeit und Stabilität, wodurch nur ein geringer Wachstumsreglereinsatz erforderlich ist. Darüber hinaus bringt Intensity eine Resistenz gegenüber der Orangeroten Weizengallmücke mit.
Da es sich um einen Bestandesdichtetyp handelt, sind Kornzahl und Korngewicht mittelmäßig. Durch die gute Bestockungsleistung sollte die Aussaat nicht zu früh erfolgen. Hingegen bietet sich Intensity besonders für eine späte Aussaat an und ist bezüglich der Vorfrüchte flexibel.
- B-Weizensorte
- späte Abreife
- gute Blatt- und Ährengesundheit
Auch RGT Zunder ist als B-Weizen für den ökologischen Anbau zugelassen worden. Die Sorte zeichnet sich besonders durch ein spätes Ährenschieben und eine späte Abreife aus. Wie bei Ed sorgt die mittlere Bodenbedeckung für eine recht gute Unkrautunterdrückung. Bei mittlerer Pflanzenlänge kombiniert die Sorte eine gute Standfestigkeit mit Strohstabilität, was die Lageranfälligkeit reduziert. Die Halmbruchanfälligkeit wurde mit APS 5 bewertet. Die Blattgesundheit liegt auf einem hohen Niveau (Septoria APS 4, Gelbrost APS 3, Braunrost APS 2). Auch gegen Ährenfusarium ist RGT Zunder sehr widerstandsfähig (APS 3). Der Ertragsaufbau erfolgt über eine höhere Kornzahl und hohe Tausendkorngewichte (APS 7). Dabei wurde das Kornertragpotential als sehr hoch eingestuft (APS 8). Und auch die Backeigenschaften sind gut. Sedimentationswert und Mehlausbeute sind hoch. Die Volumenausbeute ist hingegen nur mittelmäßig und das Hektolitergewicht etwas unterdurchschnittlich.
- B-Weizensorte
- gute Rostgesundheit
- strohstabil
Ed ist eine B-Weizensorte für den Ökoanbau. Sie zeichnet sich durch ein spätes Ährenschieben bei mittlerer Abreife aus. Die Pflanzen sind lang (APS 6), aber strohstabil. Die mittlere Bodenbedeckung kann Vorteile bei der Unkrautunterdrückung bringen. Die Halmbruchanfälligkeit wurde mit APS 5 eingestuft. Positiv ist die gute Rostgesundheit: Gegen Gelbrost zeigt Ed eine hohe Resistenz (APS 2), und auch die Widerstandskraft gegenüber Braunrost ist gut (APS 3). Mit einer Einstufung von APS 4 bei Fusarium kann Ed auch nach Mais angebaut werden. Als Kompensationstyp erfolgt der Ertragsaufbau über mittlere Bestandesdichten und überdurchschnittliche Kornzahlen und Korngewichte. Damit ergibt sich ein solides Kornertragspotential (APS 7). In der Bestockung ist Ed sehr verhalten, die Saatstärke sollte daher etwas höher sein. Der Rohproteingehalt wurde mit APS 3 bewertet und liegt damit für einen B-Weizen im unteren Bereich. Ed bildet hohe Fallzahlen aus und verfügt über gute Backeigenschaften. Die Volumenausbeute liegt im mittleren Bereich, die Mehlausbeute wird als hoch beschrieben.
B-Weizen
- strohstabiler Kompensationstyp
- gutes Gesundheitsprofil
- winterhart
SU Marathon zeigt ein hohes Kornertragsvermögen in Stufe 1 (APS 8) und 2 (APS 7). Neben den hohen Erträgen fallen vor allem die guten Gesundheitseigenschaften der Sorte auf. Ähnlich wie bei den Sorten SU Jonte oder SU Juri lässt sich der Fungizideinsatz deutlich reduzieren. Die Änfälligkeit für Mehltau und Gelbrost ist gering, die Septoria-Abwehrkraft wurde mit APS 4 bewertet. Aufgrund der geringen Anfälligkeit für Ährenfusarium (APS 4) ist auch der Anbau nach Mais möglich.Zudem sorgt die gute Winterhärte für eine breite Standorteignung.
Da es sich um einen kurzen Weizen mit sehr guter Standfestigkeit handelt, ist außerdem nur ein geringer Wachstumsregleraufwand nötig. Die Eignung als Stoppelweizen sollte noch geprüft werden, da die Halmbruchneigung als mittelmäßig eingestuft wurde (APS 5). Als Kompensationtyp bringt SU Marathon aber gute Voraussetzungen dafür mit.
Wegen der etwas verhaltenen Entwicklung (mittelspätes Ährenschieben und mittelspäte Abreife) sollte man die Sorte eher früh säen (Anfang bis Mitte Oktober). Bei später Aussaat muss die Saatstärke deutlich erhöht werden, um das auszugleichen. Ein Pluspunkt für SU Marathon ist die CTU-Verträglichkeit. Das vereinfacht die Herbizidbehandlung im Herbst.
Auch qualitativ überzeugt die Sorte mit einer hohen Fallzahl (APS 7), einem durchschnittlichen Sedimentationswert (APS 6) und einer sehr hohen Mehlausbeute (APS 9) in Verbindung mit relativ guten Teigeigenschaften. Mit APS 3 im Rohproteingehalt lassen sich ordentliche Backweizenqualitäten erzeugen.
- spät abreifend
- sehr kurz und standfest
- blatt- und ährengesund
Sportsman kennzeichnet ein spätes Ährenschieben und eine späte Abreife (APS 6). Der kompakte Wuchs sorgt für eine sehr gute Standfestigkeit. Das ist insbesondere für Betriebe mit viel organischer Düngung vorteilhaft. Die Blattgesundheit ist durchweg gut (Septoria, Mehltau, Gelb- und Braunrost APS 3, DTR APS 4). Aufgrund der mittleren Fußgesundheit sollte man beim Anbau als Stoppelweizen auf Halmbruch achten. Wegen der geringen Anfälligkeit für Ährenfusarium (APS 3) kann Sportsman auch nach Mais stehen.
Der Ertragsaufbau als Kompensationstyp erfolgt über eine mittlere Bestandesdichte, eine mittlere Kornzahl pro Ähre und ein hohes TKG (APS 6). Dabei kann Sportsman hohe Kornerträge realisieren (APS 6 bei reduzierter Behandlung und APS 7 in der intensiven Stufe). Ein weiterer Pluspunkt für die Sorte ist die große Saatzeitflexibilität.
Qualitätiv erfüllt Sportsman alle Anforderungen an einen marktfähigen B-Weizen. Die Einstufung im Rohproteingehalt liegt für einen B-Weizen im gehobenen Bereich (APS 3). Die Fallzahl ist auf gutem Niveau stabil, die Hektolitergewichte sowie die Sedimentationswerte sind hoch (jeweils APS 6).
- ertragsstärkste B-Weizen-Neuzulassung
- gute Anbausicherheit
- hohe N-Effizienz
Mit LG Tomjol steht eine hoch ertragreiche B-Weizen-Neuzulassung zur Verfügung, die nicht nur durch ihre Blattgesundheit, sondern auch durch gute Proteingehalte überzeugt. Trotz der hohen Erträge (APS 8 in beiden Stufen) kann die Sorte mit einer APS 3 im Rohproteingehalt als B-Weizen vermarktet werden. Als Kompensationstyp erfolgt der Ertragsaufbau über hohe Kornzahlen (APS 7), eine überdurchschnittliche Bestandesdichte (APS 6) und etwas schwächere TKG (APS 4). Die Widerstandskraft gegenüber Gelbrost wurde mit der Bestnote APS 1 bewertet. Und auch die Mehltau-, Septoria- und Braunrostgesundheit ist gut (jeweils APS 3). Zudem zeigt die Sorte eine geringe Anfälligkeit für Ährenfusarium. Der Nachbau nach Mais ist also möglich. Die mittlere Halmbruchanfälligkeit ist vor allem in getreideintensiven Fruchtfolgen relevant.
Sowohl beim Ährenschieben als auch bei der Abreife zählt LG Tomjol zum mittleren Segment. Die Sorte ist sehr saatzeitflexibel und winterhart. Damit ist auch der Anbau in Höhenlagen möglich. Für eine gute Anbausicherheit sprechen außerdem die guten Ergebnisse in Trockengebieten. Wegen des mittellangen Wuchses und der mittleren Lagerneigung sollte der Wachstumsreglereinsatz ortsüblich erfolgen. Mit hohen Fallzahlen und Hektolitergewichten sowie guten Rohproteingehalten (APS 3) werden die Anforderungen an einen Backweizen erfüllt. Die gute N-Effizienz macht den Anbau von LG Tomjol auch bei limitiertem N-Einsatz interessant.
- späte Sorte
- herausragende Blatt- und Fußgesundheit
- hohe und sichere Erträge
KWS Dottie ist mittelspät beim Ährenschieben und in der Abreife. Vor allem durch die langsame Frühjahrsentwicklung ist die Sorte bei der Ernte etwas später dran. Es handelt sich um eine leistungsstarke B-Weizen-Neuzulassung, die besonders durch hohe Erträge überzeugt. In beiden Intensitätsstufen erzielt sie konstant hohe Kornerträge (APS 8). Damit kann man ihr Ertragssicherheit unter verschiedenen Umwelteinflüssen attestieren. Der Ertragsaufbau bei diesem Kompensationstyp erfolgt über eine mittlere Bestandesdichte in Kombination mit überdurchschnittlichen Kornzahlen und Tausendkorngewichten.
Hervorzuheben ist die herausragende Blatt- und Fußgesundheit. Der Anbau als Stoppelweizen ist gut möglich. Die geringe Halmbruchanfälligkeit der Sorte (APS 3) ist auf das Halmbruchresistenzgen PCH 1 zurückzuführen. Und auch bei den Blattkrankheiten schneidet KWS Dottie überdurchschnittlich ab (Septoria und Braunrost APS 3, Gelbrost Bestnote APS 1). Das ist eine sehr gute Basis für einen reduzierten Fungizideinsatz. Lediglich die mittlere Mehltauanfälligkeit sollte beobachtet werden. Ein weiterer Pluspunkt mit Blick auf die Gesundheit ist die vorhandene Resistenz gegen die Orangerote Weizengallmücke. Wegen der etwas erhöhten Anfälligkeit für Ährenfusarium (APS 6) kann in Fusariumjahren eine gezielte Ährenbehandlung erforderlich sein. Dennoch ist mit integrierten Maßnahmen ein Anbau nach Mais möglich. Auch die mittellange Wuchshöhe reduziert die Fusariumgefahr etwas. Wegen des etwas erhöhten Lagerrisikos (APS 6) ist eine gezielte Wachstumsreglerstrategie nötig. Mit einer stabil hohen Fallzahl, gutem Hektolitergewicht und Rohproteingehalt (APS 3) erfüllt KWS Dottie alle Anforderungen an einen B-Weizen.
C-Weizen
- als Futter- und Keksweizen geeignet
- frohwüchsig
- Einzelährentyp
Mit LG Niklas wurde eine Sorte zugelassen, die nicht nur als Futterweizen, sondern auch in der Keksverarbeitung genutzt werden kann. Sie zeichnet sich durch einen frühen Entwicklungsbeginn und eine frohwüchsige Jugendentwicklung aus. Das Ährenschieben erfolgt mittelfrüh, und auch die Abreife liegt im mittleren Erntesegment. Dank der langen Kornfüllungsphase eignet sich LG Niklas besonders gut für trockene Bedingungen. Bei mittellangem Wuchs ist die Standfestigkeit gut (APS 4). Das eingebaute PCH1-Gen sorgt zudem für eine gute Fußgesundheit (APS 3 bei Halmbruch). In der Blattgesundheit zeigt sich ein differenziertes Bild. Bei Septoria erreicht die Sorte APS 5 und bei DTR APS 6. Gegen Gelbrost ist sie mit APS 3 wenig anfällig, bei Braunrost und Mehltau liegt die Einstufung bei 4. Die Ährengesundheit wird vom Bundessortenamt mit APS 4 beschrieben.
In Bezug auf die Anbaueignung empfiehlt sich die Sorte besonders für Spät-, Stoppel- und Mulchsaaten. Dabei erleichtert die CTU-Toleranz den Herbizideinsatz. Als Einzelährentyp kommt LG Niklas mit geringen bis mittleren Bestandesdichten aus. Der Ertrag wird vor allem über eine hohe Kornzahl pro Ähre und ein mittleres TKG gebildet. Mit einer Einstufung von APS 7 in Stufe 1 und APS 8 in Stufe 2 liegt der Kornertrag im oberen Bereich. Diese Bewertung zeigt, dass eine entsprechende Pflanzenschutzintensität Ertrag absichert.
Die Fallzahl ist hoch, der Sedimentationswert gut und der Rohproteingehalt eher niedrig (APS 2). Wegen der geringen Volumenausbeute und Griffigkeit wurde LG Niklas nicht als B-Weizen eingestuft. Eine Vermarktung als Keksweizen ist aber möglich.
Dinkel
- langes Aussaatfenster
- fallzahlstabil
- kurzer Wuchstyp
Rheingold ist eine ertragsstarke Dinkelsorte mit guter Eignung auch für den ökologischen Anbau. Sie kombiniert ein frühes Ährenschieben mit einer mittleren Abreife, was zu einer verlängerten Kornfüllungsphase führt. Ein klarer Vorteil auf trockenen Standorten. Die Sorte ist kurzstrohig und zeichnet sich durch eine sehr gute Standfestigkeit aus (APS 3), was das Lagerrisiko deutlich verringert. In Bezug auf Krankheiten zeigt Rheingold eine mittlere Anfälligkeit für Mehltau und Septoria, während die Anfälligkeit für Roste gering ist (Gelbrost APS 3 und Braunrost 4). In der Bestandsentwicklung weist Rheingold eine unterdurchschnittliche Bestandesdichte auf, kompensiert jedoch durch eine sehr hohe Kornzahl (APS 8) und ein hohes Tausendkorngewicht (APS 7). Daraus resultieren hohe Vesenerträge die in beiden Ertragsstufen mit einer APS 8 bewertet wurden. Qualitativ überzeugt Rheingold mit einer hohen Fallzahl und einem mittleren Rohproteingehalt (APS 4). Der Sedimentationswert ist etwas geringer ausgeprägt, dafür ist die Kernausbeute hoch, was für die Mühlen von Vorteil ist. Die Sorte ist in ihrer Aussaat flexibel und kann von September bis November gedrillt werden. Zur Ertrags- und Qualitätsabsicherung wird eine gezielte Ährenbehandlung empfohlen.
Durum
- gute Qualitätseigenschaften
- Kompensationstyp
- fusariumgesund
Berndur ist ein Durumweizen, bei dem sowohl das Ährenschieben als auch die Abreife im mittleren Bereich liegen. Die Sorte weist eine mittellange Pflanzenhöhe bei mittlerer Lagerneigung auf, weshalb der Wachstumsreglereinsatz ortsüblich erfolgen sollte. In der Pflanzengesundheit zeigt Berndur eine geringe Anfälligkeit für Mehltau und Gelbrost (APS 4) sowie für Ährenfusarium. Dennoch kann sich eine Absicherung des Ertrags und der Qualität mit Fungiziden bezahlt machen. Berndur ist ein Kompensationstyp, der durch die Bildung von hohen Kornzahlen pro Ähre besticht. Das Tausendkorngewicht ist gut ausgeprägt, was in Kombination mit der hohen Kornzahl zu soliden Erträgen führt. In Stufe 1 erreicht Berndur im Kornertrag eine APS 6, in Stufe 2 APS 8. In der Qualität überzeugt die Sorte durch eine sehr hohe Glasigkeit. Die Neigung zu Dunkelfleckigkeit ist gering, was die Verarbeitung verbessert. Das Kochpotential ist hoch. Der Rohproteingehalt liegt im unteren Bereich (APS 3), allerdings besteht eine Tendenz zur Eiweißausdünnung, was bei hohem Ertragsniveau berücksichtigt werden sollte. Bei einer hohen Fallzahlausbildung und einer überdurchschnittlichen Sortierung ist die Berndur gut für die Verarbeitung geeignet.
Saatgutmagazin Sommer 2025
Wie lässt sich trotz der Einschränkungen aus der Düngeverordnung noch Backweizen produzieren? Welche Sorten sind mit Blick auf die Fallzahlen besonders stabil? Wer durchblickt den Dschungel der Virusresistenzen bei der Gerste? Das sind nur einige der Themen aus dem aktuellen Saatgutmagazin. Außerdem stehen auch Sommerzwischenfrüchte und Raps im Fokus. Und nicht zuletzt die neuen Sorten bei Wintergetreide und Raps.
Das Saatgutmagazin Sommer 2025 finden Sie als E-Magazin im Anhang an die Juliausgabe hier.