Schweinen und Rindern – hat den Stickstoffanfall aus der Tierproduktion spürbar reduziert. Foto: agrar-press
Interview. Gezielte Düngung statt pauschaler Auflagen
Die Düngeverordnung wird von vielen Seiten scharf kritisiert. Caroline Benecke, Frank Lorenz und Jörg Schrieber nehmen Stellung zur aktuellen Situation. Und sie zeigen, wie eine praxistaugliche Weiterentwicklung der Düngeverordnung aussehen kann.
Die Düngeverordnung (DüV) ist das zentrale agrarrechtliche Instrument, um Nährstoffverluste und negative Effekte beim Düngen von Stickstoff und Phosphat zu begrenzen. Kaum ein Regelwerk wird in der Praxis so kontrovers diskutiert – erst recht, seit mit der letzten Novelle rote und gelbe Gebiete ausgewiesen wurden. Viele Landwirte empfinden die Vorgaben als zu komplex und zu kleinteilig.
Zugleich ist klar: Die Düngeverordnung setzt in erster Linie die EU-Nitratrichtlinie um und wird bleiben. Umso wichtiger ist die Frage, wie sie künftig klar und praxisgerecht auf die wesentlichen Ziele ausgerichtet werden kann.
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Haben die Düngeverordnung und die damit verfolgten Ziele aus Ihrer Sicht bisher Wirkung gezeigt?
Benecke: Ja, eindeutig. Die Zahlen belegen das sehr klar: Die Brutto-Stickstoffbilanz in Deutschland ist nach unabhängigen Angaben von Eurostat seit 1996 um rund 75 % gesunken. Gleichzeitig liegt die Stickstoff-Nutzungseffizienz (NUE) in Deutschland heute bei 80 bis 90 % – ein sehr guter Wert, besonders im europäischen Vergleich