Schweine: Es geht wieder bergauf
Nach steigenden Ferkelpreisen ziehen auch die Notierungen für Schlachtschweine und -sauen an. Das Angebot sinkt mit den hohen Temperaturen weiter. Tönnies schlägt Halbjahrespreis vor.
Nachdem die VEZG bereits zum Wochenbeginn den Ferkelpreis um 1,00 auf 31,00 €/Stück angehoben hat, steigt am Mittwoch (5. August) auch die Notierung für Schlachtschweine um 10 Cent auf 1,50 €/kg Schlachtgewicht (SG). Der Preis für Schlachtsauen zieht ebenfalls um 10 Cent auf 0,63 €/kg SG an. Für Schweine geht es damit nach monatelang schwacher Preisentwicklung mit Jahrestiefstständen wieder bergauf.
Angebot geht weiter zurück
Das Angebot auf dem Schlachtschweinemarkt reicht nicht mehr vollständig aus, um den Bedarf der Schlachtunternehmen zu decken, eine Folge der anhaltenden Hitze. Dadurch sinken die Schlachtgewichte spürbar, was die Nachfrage belebt, wie sich bei der jüngsten Versteigerung der Interessensgemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) zeigt: Von 640 Tieren wurden 4 Partien mit 480 Schweinen verkauft. Die Spanne betrug 1,54 bis 1,56 €/kg SG. Das Mittel liegt bei 1,55 €/kg und damit 4 Cent höher als noch in der vergangenen Woche.
Am Markt für Schlachtsauen findet das vorhandene Angebot zügig Käufer, wie die VEZG berichtet. Und auch bei den Ferkeln hat sich die Nachfrage verbessert, das Angebot kann wieder schneller abgesetzt werden. Insgesamt spricht die VEZG von einem flotten Marktverlauf und hofft auf weitere Möglichkeiten für steigende Preise, die der Branche wieder eine Perspektive bieten. Das Tief von 1,40 €/kg SG bei den Schlachtschweinen sei auf ganzer Linie nicht auskömmlich gewesen.
Erzeuger schlagen LEH einen Preis vor
Der Unternehmer Clemens Tönnies schlug in dieser Woche auf einer Veranstaltung Erzeugergemeinschaft Hümmling in Lorup vor, mit dem Lebensmitteleinzelhandel (LEH) einen Preis für sechs Monate zu vereinbaren. Voraussetzung sei, dass Erzeuger und Schlachtunternehmen anhand von Ferkel-, Futter-, Energie- und weiteren Produktionskosten einen auskömmlichen Preis ermitteln, berichtet Top Agrar.
Die Vereinbarung könne zunächst für einen Teil der Schweinemengen gelten. Bewähre sich das Modell, sei später auch eine Laufzeit von zwölf Monaten denkbar. Ziel sei es, die teils starken wöchentlichen Preisschwankungen abzufedern und Betrieben eine verlässlichere Grundlage für Investitionen zu geben, zitiert Top agrar den Schlachtunternehmer.