Interview. Genome Editing – Wie, Was, Wozu?
Über die neuen Züchtungsverfahren wird an vielen Fronten leidenschaftlich diskutiert. Sie haben den Anstoß für eine Überarbeitung des aktuellen EU-Gentechnikrechts gegeben. Robert Hoffie forscht nicht nur an genomeditierten Pflanzen, er redet auch darüber. Was sind die wichtigsten »Knackpunkte« der Debatte und welche Antworten hat die Wissenschaft?
Herr Dr. Hoffie, Sie haben vor Kurzem erfolgreich Ihre Promotion am IPK in Gatersleben abgeschlossen. Woran genau haben Sie dabei gearbeitet?
Im Rahmen der Promotion habe ich mit der Gen-Schere Cas9 aus dem CRISPR-System Gene bearbeitet, die Wintergerste anfällig gegen die Gerstengelbmosaikvirose machen. In den aktuell verfügbaren Sorten ist fast überall dieselbe Resistenz eingekreuzt, weshalb es hier einen großen Bedarf gibt, neue Resistenzquellen zu erschließen. Durch gezielte Veränderung der Gene konnte ich meine Versuchspflanzen gegen das Virus resistent machen. Als Vorlage dienten dabei alte Sorten aus Südostasien. Diese sind zwar aufwendig in europäische Wintergerste einzukreuzen. Mittels Genomeditierung können wir aber dazu beitragen, solche exotischen Resistenzquellen züchterisch zu nutzen.