Ölsaaten. Von Nachfragechancen und Ertragsängsten
In der EU und den USA profitiert die Ölsaatennachfrage von Entwicklungen beim Biodiesel. Und in Kanada und Australien lassen hohe Düngerpreise Befürchtungen über niedrige Rapserträge zur Ernte 2026 aufkommen. Das sind gute Voraussetzungen für stabile Raps- und Sojapreise – wäre da nicht der Irankrieg und die negativen Folgen für die Weltwirtschaft.
Auch im April gaben die Entwicklungen am Rohölmarkt die Richtung bei den Ölsaaten vor. Dabei überstrahlt die Energiekrise einige Einflüsse, die sowohl den Raps als auch die Sojabohne in den kommenden Monaten prägen dürften. Um was geht es dabei?
Preisstütze Irankrieg
Der Irankrieg, die – sei es durch Iran oder die USA – gesperrte Straße von Hormus und die davon auf die Energie- und Düngermärkte ausgehenden negativen Folgen geben aktuell den Ton vor. Kein Wunder, schließlich resultiert teures Rohöl in steigenden Dieselpreisen. Die wiederum erhöhen die Attraktivität von Biodiesel in der Beimischung, was die Pflanzenölpreise in die Höhe zieht – und damit die Ölsaatenkurse stützt. Wie stark der Nachfrageeffekt etwa beim Rapsöl in der EU ist, muss sich noch zeigen. Denn klar ist auch: Bei weiter steigenden Rohölpreisen (bei Redaktionsschluss kostete Brentöl mit 98 US-$/Fass gut 12 US-$ weniger als Anfang April) wird Diesel irgendwann so teuer, dass die Nachfrage an den Zapfsäulen sinkt – und damit auch der Bedarf an Pflanzenöl für den Biodiesel.