Nachhaltigkeit. Digitalisierung für Agrarökologie
Da, wo Traktoren GPS-gesteuert ihre Bahnen ziehen, nehmen Landwirte digitale Technologien gerne an. An anderer Stelle werden die Potentiale jedoch (noch) nicht erkannt.
Die Digitalisierung transformiert in zunehmendem Maße auch den Agrarsektor. Sensoren, Internet der Dinge und KI können Zustände von Boden, Pflanzen und Tieren erfassen und dem Landwirt als Entscheidungsunterstützung dienen. Was können diese Technologien zu mehr Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen beitragen?
Welche Potentiale hat die Digitalisierung für eine Transformation der Agrarökologie? Das versucht das Projekt »Digitalisation for Agroecology (D4AgEcol)« aufzuzeigen. In zehn Living Labs werden digitale Technologien mit Landwirten und Stakeholdern untersucht und Erfordernisse sowie Handlungsempfehlungen für Politik, Forschung und Gesellschaft abgeleitet. Zusätzlich werden Kurzumfragen mit Vertretern aus Wissenschaft, Industrie und landwirtschaftlicher Praxis durchgeführt. Erste Ergebnisse stellen wir hier vor.
Umfrage. Ein Fünftel der Befragten sind aktive Landwirte oder Vertreter landwirtschaftlicher Verbände. Die restlichen Teilnehmer
verteilen sich auf Politik, Agribusiness, Beratung oder den IT-Bereich. Die Teilnehmer erhielten während der Befragung eine kurze Erklärung des Konzepts der Agrarökologie und wurden gebeten, einzuschätzen, ob die Digitalisierung einen wichtigen Beitrag zur positiven Beeinflussung leisten könnte. Insgesamt zeigte sich eine eher positive Ansicht zu dieser Frage, wobei die aktiven Landwirte in geringerem Maße voll überzeugt sind, dass die Digitalisierung einen positiven Einfluss auf die Agrarökologie ausüben kann, als dies bei der Gruppe aus Wissenschaft und Forschung der Fall ist (siehe Grafik 1). Dies legt nahe, dass dieses neuartige Konzept für mehr Akzeptanz in der Praxis präzise kommuniziert werden muss.
Die Befragungsteilnehmer wurden außerdem gebeten, ihre Einschätzung zu ausgewählten Anwendungsfeldern digitaler Technologien abzugeben. Grafik 2 zeigt, dass die Befragten vor allem bei Sensorsystemen zur teilflächenspezifischen Bewirtschaftung und bei entscheidungsunterstützenden digitalen Systemen einen erheblichen Beitrag sehen. Und es fällt auf, dass Tiertechnologien nicht in dem Maße mit dem agrarökologischen Konzept in Verbindung gebracht werden, wie dies bei Ackertechnologien der Fall ist.