John Deere. Modell-Feinschliff für 2027
Zum Modelljahr 2027 hat John Deere seine Traktorbaureihen 6R und 6M überarbeitet . Während bei der einen mehr Komfort im Vordergrund steht, bekommt die andere ein neues Volllastschaltgetriebe.
Zum Schutz Ihrer Persönlichkeitssphäre ist die Verknüpfung mit dem Video-Streaming-Dienst deaktiviert. Per Klick aktivieren Sie die Verknüpfung. Wenn Sie das Video laden, akzeptieren damit Sie die Datenschutzrichtlinien des Video-Streaming-Dienstes. Weitere Informationen zu den Datenschutzrichtlinien des Video-Streaming-Dienstes finden Sie hier: Google - Privacy & Terms
Mehr Komfort für die großen 6R
John Deere überarbeitet zum Modelljahr 2027 seine 6R-Traktoren. Im Fokus stehen Fahrwerk und Kabine: Eine adaptive Vorderachsfederung, die neue CommandView 4-Kabine und eine überarbeitete Bedienung sollen vor allem den Fahrkomfort verbessern.
Die Modellpflege umfasst die 6R 180, 6R 200, 6R 220 und 6R 240 auf großem sowie 6R 230 und 6R 260 auf extragroßem Rahmen.
Deutlich nachgelegt hat John Deere beim Fahrkomfort. Das neue Sport Package Pro kombiniert die weiterentwickelte TLS Pro-Vorderachsfederung mit einer neuen hydraulischen Kabinenfederung. Die Vorderachse arbeitet mit adaptiver Dämpfung, die sich an Geschwindigkeit, Last und Fahrbedingungen anpasst. Hinzu kommen eine überarbeitete, feinfühligere Bremse und eine reaktive Lenkung, die das Lenkrad nach der Kurvenfahrt selbstständig zentriert. Auch die Pedalanordnung orientiert sich stärker am Pkw: Der Fahrer kann zwischen Fahr- und Bremspedal wechseln, ohne die Ferse anheben zu müssen.
Neu ist außerdem die CommandView 4-Kabine. Durch eine veränderte Kabinengeometrie, nach vorn versetzte C-Säulen und eine stärker gewölbte Heckscheibe soll die Sicht auf Heckanbaugeräte um bis zu 20 % besser sein. Gleichzeitig sinkt der Geräuschpegel nach Herstellerangaben auf 66 dB(A). Mehr Platz und eine überarbeitete Lenksäule sollen die Ergonomie verbessern. Optional gibt es den elektrisch einstellbaren „Vision Seat“ mit 50° Drehbereich, Heizung, Kühlung, Massage- und Nackenbelüftung.
Auch die Bedienung wurde überarbeitet. Zum neuen CommandARM gehören die Fahrhebel CommandX Plus beziehungsweise CommandX Pro sowie ein separates Komfortdisplay für Sitz-, Kabinen- und Klimafunktionen. Hinzu kommen unter anderem kabelloses Apple CarPlay und Android Auto sowie das automatische Hochfahren der Displays beim Öffnen der Kabinentür.
Bei Precision Farming setzt John Deere auf vorinstallierte Hardware: StarFire 7500, G5 CommandCenter und JDLink-Modem gehören zur Ausstattung. Funktionen wie AutoPath, AutoTrac Wendeautomatisierung, In-Field Data Sharing oder Machine Sync lassen sich je nach Lizenz freischalten. Arbeitsdaten werden drahtlos an das Operations Center übertragen; automatisierte Arbeitsberichte sollen insbesondere Lohnunternehmern die Dokumentation und Abrechnung erleichtern.
Ein besonderes Augenmerk legt John Deere auf den 6R 240. Er kombiniert den 6,8-l-Motor und Antriebsstrang des größeren 6R 260 mit einem Radstand von 2,80 m. Bei rund 8,9 t Leergewicht erreicht er mit IPM bis zu 291 PS. Damit zielt John Deere vor allem auf Lohnunternehmer und Betriebe, die hohe Leistung für Transport-, Mäh-, Press- oder Zapfwellenarbeiten in einem vergleichsweise kompakten Traktor suchen. Die Hydraulik liefert optional bis zu 210 l/min.
Beim 6R 260 kommt zusätzlich das e19-Volllastschaltgetriebe zum Einsatz. Außerdem bietet John Deere eine integrierte Reifendruckregelanlage an. Das Einleitungssystem arbeitet mit einem 700-l/min-Kompressor und soll den Reifendruck um 1 bar in rund 4:30 Minuten erhöhen. Die Druckanpassung ist auch während der Fahrt möglich.
Überarbeitet wurde schließlich der Service: Motorölwechsel sind nach Herstellerangaben bis zu 750 Stunden, Getriebe- und Hydraulikölwechsel bis zu 1.500 Stunden vorgesehen. Mehr als 2.000 Ferndiagnose-Datenpunkte sollen zudem eine frühzeitige Fehlererkennung und Unterstützung durch die Werkstatt ermöglichen.
Neues Lastschaltgetriebe für die 6M
Mit dem Modelljahr 2027 führt John Deere das e19-Volllastschaltgetriebe in der 6M-Baureihe ein. 19 Lastschaltstufen, Doppelkupplung und eine neue Getriebesteuerung sollen vor allem bei wechselnden Lasten für gleichmäßigere Schaltvorgänge sorgen.
Das neue e19-Getriebe bietet 19 unter Last schaltbare Gänge und basiert auf der bekannten PowrQuad-Technik. Ergänzt wurden ein Doppelkupplungspaket sowie eine neue elektronische Steuerung. Im Automatikmodus werden Gang und Motordrehzahl abhängig von Last und Fahrsituation angepasst. Ein Neigungssensor bezieht auch Steigungen und Gefälle in die Schaltstrategie ein. Das e19 wird für die meisten Sechszylindermodelle bis zum 6M 250 angeboten.
Neu sind auch zwei Schaltfunktionen: Mit Skip Shift kann das Getriebe mehrere Gänge überspringen, wenn sich die benötigte Fahrgeschwindigkeit deutlich ändert. Bei Scroll Shift werden mehrere Gangwechsel schnell nacheinander ausgeführt. Damit soll insbesondere das Schalten unter wechselnden Lastbedingungen gleichmäßiger werden. Neben dem Automatikmodus bleibt eine manuelle Bedienung möglich. Bei 50 km/h arbeitet das Getriebe mit einer Motordrehzahl von 1.620 U/min.
Überarbeitet hat John Deere außerdem die Bedienung. Je nach Ausstattung reicht das Angebot weiterhin von der klassischen rechten Bedienkonsole bis zum kompakten CommandARM. Für e19 und AutoPowr steht der neue CommandX Plus-Fahrhebel zur Verfügung. Er bietet sechs frei belegbare Tasten und zwei Geschwindigkeitsvoreinstellungen. Die grundsätzliche Bedienlogik entspricht stärker derjenigen von 6R, 7R und 8R.
Auch bei Precision Ag und Konnektivität wird der 6M erweitert. Die Traktoren können mit StarFire 7500, G5 CommandCenter und JDLink ausgestattet werden. Neben Section Control und Variable Rate Control stehen je nach Ausstattung unter anderem AutoTrac Turn Automation, AutoPath und Passive Implement Guidance zur Verfügung. Über DataSync können Maschinen- und Felddaten mit dem John Deere Operations Center synchronisiert werden. Mit dem Work Planner lassen sich dort vorbereitete Arbeitsaufträge einschließlich Spurlinien, Applikationskarten und Geräteeinstellungen auf den Traktor übertragen.
Für die Ferndiagnose stehen künftig mehr als 2.000 Maschinendatenpunkte zur Verfügung. Sie bilden auch die Grundlage für die Expert Alerts, mit denen sich technische Auffälligkeiten aus der Ferne erkennen lassen.
Die 6M-Baureihe umfasst weiterhin 17 Modelle in fünf Rahmengrößen und reicht vom 6M 95 bis zum 6M 250. Das Sport Package Plus wird mit dem Modelljahr 2027 für alle Modelle angeboten.