Traktoren auf einer Demo in Berlin
Ersteller: landpixel Da hat sich über viele Jahre einiges angestaut im System Landwirtschaft. Proteste helfen aber nicht, Vertrauen gegenüber Politik und Gesellschaft zurückzugewinnen.

Interview. »Wir brauchen mehr Leadership«

Freiwillig statt Vorschrift: NFU‑Vizepräsident David Exwood erklärt, wie das britische Prämiensystem Landwirte mit Wahlfreiheit zu messbaren Umweltleistungen bewegt. Und er zeigt, dass für mehr Vertrauen seitens der Politik Verbände und Landwirte mehr Führung zeigen und mit gutem Beispiel vorangehen müssen.

Herr Exwood, mit dem Brexit ist auch das alte System der EU-Direktzahlungen weggefallen. Wie sieht die Lage heute aus?

Wir wollten diesen historischen Moment nutzen, um etwas Besseres zu schaffen: Die Sustainable Farming Incentive (SFI) ist der erste Pfeiler von ELMS – einem System, das gezielt öffentliche Güter honoriert, also Leistungen, von denen die Gesellschaft profitiert – Klimaschutz, Biodiversität, sauberes Wasser. Damit schließen wir die Finanzierungslücke, die der Wegfall der alten Prämien gerissen hat, aber wir verknüpfen das Geld an messbare Ergebnisse und nicht mehr an Hektarzahlen.

Worin unterscheidet sich die SFI konkret von den früheren Direktzahlungen?

Der wichtigste Unterschied ist die Freiwilligkeit gepaart mit Wahlfreiheit. Früher floss Geld pro Hektar, unabhängig davon, welche Leistungen für Klima, Natur oder Wasserqualität erbracht wurden. 

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