Samenpotential. Ungrasähren abschneiden?
Damit die Samen von Ackerfuchsschwanz und Weidelgras gar nicht erst im Boden ankommen, kann man die Ungrasähren abschneiden. Wie gut das funktioniert, zeigen Maria Rosenhauer und Jan Petersen.
Die chemische Bekämpfung mancher Ungräser gelangt zunehmend an ihre Grenzen. Bei Ackerfuchsschwanz (Alopecurus myosuroides – ALOMY) und Welschem Weidelgras (Lolium multiflorum – LOLMU) treten immer mehr Resistenzfunde auf, ihre Verbreitung nimmt zu und ihr Schadpotential ist enorm.
Mit der Suche nach zusätzlichen Kontrollmöglichkeiten befasst sich ein von der BLE gefördertes Projekt an der TH Bingen. Es geht in dem Vorhaben um das Ungrassamenmanagement im Zeitraum von vor der Ernte bis zur Stoppelbearbeitung. Ziel ist die Evaluierung alternativer Unkrautkontrollmaßnahmen, die auf eine Reduktion des Bodensamenpotentials abzielen –vor, während und nach der Ernte.
Welche Maßnahmen gibt es?
Vor der Ernte besteht die Möglichkeit, den Ungrassameneintrag zu reduzieren, indem den Bestand überwachsende Ungrasähren abgeschnitten und von der Fläche abgefahren werden. Außerdem wird untersucht, welchen Effekt eine Unkrautsamenmühle im Mähdrescher während der Ernte auf das Bodensamenpotential von Ackerfuchsschwanz und Welschem Weidelgras hat. Schließlich kann nach der Ernte der Samenvorrat der Ungräser im Boden reduziert werden, indem die Stoppelbearbeitung an die jahres- und artspezifische Samenruhe der Ungräser (Dormanz) angepasst wird.