Humus. Wie entwickeln sich die Gehalte im Boden?
Seit Anfang 2023 läuft die Wiederholung der Bodenzustandserhebung Landwirtschaft. Erste Ergebnisse aus Niedersachsen und Rheinland-Pfalz zeigen, dass vor allem auf Grünland der Vorrat an organischem Bodenkohlenstoff zurückgeht. Christopher Poeplau gibt einen ersten Zwischenbericht.
Organischer Bodenkohlenstoff ist nicht nur wichtig für die Bodenfruchtbarkeit, sondern auch für den Klimaschutz. Deshalb müssen bundesweite Entwicklungen beobachtet werden. Erste Ergebnisse aus der Wiederholung der Bodenzustandserhebung Landwirtschaft legen nahe, dass es insbesondere in Grünlandböden im vergangenen Jahrzehnt zu teils deutlichen Verlusten kam. Wie sind diese ersten Erkenntnisse einzuordnen?
Humus erfüllt viele wichtige Funktionen, die unsere Böden fruchtbar machen. Dazu zählen die Verbesserung der Bodenstruktur, die Erhöhung der Nährstoff- und Wasserspeicherkapazität sowie die Bereitstellung von Nahrung und Energie für das Bodenleben. Außerdem besteht Humus aus mindestens 50 % Kohlenstoff (C), welcher in der Atmosphäre als CO2 mit für den Klimawandel verantwortlich ist. Der Aufbau von organischer Bodensubstanz entspricht deshalb einem CO2-Entzug aus der Atmosphäre und kann so zum Klimaschutz beitragen.
Umgekehrt kann jedoch der Verlust an organischer Substanz diesen auch verstärken. Es ist deshalb sehr relevant, die Corg-Vorräte in Böden und verholzter Biomasse möglichst genau zu kennen, Veränderungen zu beobachten und zu verstehen. Deutschland ist verpflichtet, solche Änderungen jährlich möglichst genau zu schätzen und im Rahmen des nationalen Emissionsberichts an die EU zu übermitteln.