Emissionen. Was bringen Güllezusätze?
Zwei Fliegen mit einer Klappe lassen sich durch Gülleadditive schlagen: Die Schaumbildung wird reduziert und die Emissionen werden gesenkt. Diana Nett und Manfred Trimborn stellen Ergebnisse eines Praxisversuchs vor.
In der Milchviehhaltung entstehen Methanemissionen im Wesentlichen aus zwei Quellen. Zum einen wird es im Verdauungssystem gebildet, bei dem Mikroorganismen im Tier organische Substanz abbauen. Für die enterische Fermentation werden verschiedene Emissionsminderungsmaßnahmen untersucht, darunter fallen z. B. Futterzusatzstoffe oder züchterische Ansätze. Die zweite relevante Emissionsquelle für Methan stellt die Güllelagerung dar, sowoh l stallintern unter den Spaltenböden als auch extern in den Lagerbehältern. Der Anteil der Methanemissionen aus der Güllelagerung liegt bei 18,8 % der gesamten Methanemissionen aus der Landwirtschaft. Unter anaeroben Bedingungen bauen die Mikroorganismen in der Gülle die organische Substanz ab, wobei Methan und Kohlenstoffdioxid freigesetzt werden. Zur Minderung dieser Emissionen werden verschiedene Gülleadditive untersucht. Ein Vorteil einiger dieser Additive besteht darin, dass sie auf landwirtschaftlichen Betrieben ohne größere bauliche Anpassungen eingesetzt werden können. Dies trifft jedoch nicht auf alle zu.
Der Einsatz von Gülleadditiven auf Basis von Calciumcyanamid führt in gelagerter Gülle zu einer reduzierten Schaumbildung und verhindert die Ausbildung einer Schwimmschicht. Eine geringere Schaumbildung ermöglicht es, Lagerbehälter platzsparender zu nutzen, was besonders im Hinblick auf gesetzliche Sperrfristen bereits auf vielen Milchviehbetrieben relevant ist.