Unterbodenmanagement. Autobahnen in die Tiefe
Können nach dem Vorbild der Regenwurmgänge künstlich gestochene vertikale Poren das Wurzelwachstum in den Unterboden fördern? So ließen sich bisher ungenutzte Wasser- und Nährstoffreserven erschließen. Erste Freilandversuche dazu zeigen überraschend positive Ergebnisse. Axel Don und Elron Wiedermann stellen sie vor.
Nur rund 30 % der Wurzeln unserer Kulturpflanzen erreichen den Unterboden unterhalb von 30 cm Tiefe. Daten der Bodenzustandserhebung Landwirtschaft zeigen zudem, dass in 50 % der Ackerböden in Deutschland verdichtete Bodenhorizonte das Wurzelwachstum im Unterboden hemmen. Das wirkt sich negativ auf die Erträge aus. Gleichzeitig liegen fast zwei Drittel der Wasserspeicherkapazität und bis zu 80 % des Speichers bestimmter Nährstoffe im Unterboden. Diese Ressourcen werden insbesondere in Dürreperioden gebraucht, um Pflanzenwachstum und damit stabile Erträge zu ermöglichen. Doch wie sollen Wurzeln an diese Ressourcen gelangen? Ab einer bestimmten Lagerungsdichte des Bodens schaffen es selbst Pflanzen mit starken Pfahlwurzeln oder Regenwürmer kaum noch, die verdichteten Horizonte zu durchdringen.