Wald. Holz bleibt ein Zukunftsbrennstoff

Was sich mit Feldfrüchten verdienen lässt, kann jeder Landwirt recht schnell beantworten. Doch wie steht es um Holz aus dem eigenen Wald? Oft werden die Potentiale der Forstwirtschaft für das Betriebseinkommen unterschätzt. Immerhin bleibt Holz als erneuerbare Energiequelle mit dem neuen Heizungsgesetz auch zukünftig attraktiv. Christian Mühlhausen gibt einen Überblick.

Viele Landwirte sind auch Waldeigentümer. Das wirtschaftliche Potential des Waldes steht aber nur selten im Fokus. Foto: landpixel

Wem gehört der Wald?

Über 11 Mio. ha Wald gibt es in Deutschland. 48 % davon sind in Privatbesitz, 29 % gehören den Ländern, 19 % sind Eigentum von Körperschaften und 4 % besitzt der Bund (Truppenübungsplätze, Bundeswehrstandorte etc.). Privatwald findet man besonders häufig in dünn besiedelten Regionen – mit erheblichen regionalen Unterschieden: von 24 % im waldreichsten Bundesland Hessen bis zu 67 % in Nordrhein-Westfalen. Beim Staatswald liegt der Anteil zwischen 17 % in Nordrhein-Westfalen und 50 % in Mecklenburg-Vorpommern. Den größten Teil des heutigen Staatswaldes bilden ehemals landesherrliche Wälder und säkularisierter Klosterbesitz.

Auffällig ist die Besitzverteilung des Privatwaldes, der in Deutschland überwiegend klein strukturiert und zersplittert ist. Etwa die Hälfte der Privatwaldfläche entfallen auf Betriebe mit weniger als 20 ha. Und nur 13 % gehören zu größeren Forstbetrieben mit über 1 000 ha. Dabei haben sich die Eigentumsstrukturen historisch und regional unterschiedlich entwickelt: Die Klein- und Kleinstwaldflächen in Privatbesitz sind oft im Zuge der ­his-
torischen bäuerlichen Besiedelung oder durch Erbteilung, Teilung der Allmende oder Aufforstung landwirtschaftlicher Flächen entstanden. Die AGDW schätzt die Zahl der körperschaftlichen und privaten Waldeigentümer in Deutschland auf 2 Mio. Deren forstfachliche Beratung ist ein wichtiges Feld der Forstpolitik.