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Frau mit Stift und Block hockt auf einem Feld und notiert Daten.
Größe als primärer Orientierungspunkt war gestern. Erfolgreiche Betriebe zeichnen sich durch professionelles Management, klare Zieldefinitionen und eine erträgliche Balance zwischen Arbeit und Leben aus. Foto: landpixel

Perspektiven. So steuern Sie den Betrieb durch den Sturm

Die vergangenen Jahre waren geprägt von starken Preisschwankungen, geopolitischen Verwerfungen, steigenden Kosten und wachsenden regulatorischen Anforderungen. Mehr denn je kommt es darauf an, strukturelle Stärken und Entwicklungschancen zu nutzen.

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Digitalisierung wird viel ändern – aber leider nicht die fixen Kosten. Foto: agrarfoto

Technologischer Fortschritt und Digitalisierung

Trotz aller Herausforderungen bleibt Deutschland ein innovationsstarker Agrarstandort. Die Landtechnik entwickelt sich rasant weiter – hin zu größeren, leistungsfähigeren, aber auch autonomeren Systemen. Robotik und KI-gestützte Anwendungen gewinnen an Bedeutung, nicht zuletzt als Antwort auf den Arbeitskräftemangel. Gleichzeitig eröffnet die Digitalisierung neue Möglichkeiten der Datenanalyse, der Bestandsführung und der Prozessoptimierung. Der Nutzen vorhandener Daten wurde bislang nur teilweise gehoben. Hier liegt ein erhebliches Potenzial zur Effizienzsteigerung, das jedoch Know-how, Investitionen und praxisnahe Anwendungen erfordert.

KI wird eine Vielzahl von Prozessabläufen verändern. Die Geschwindigkeit der Entwicklung immer neuer Möglichkeiten ist rasant. Im Betrieb kann die KI dazu beitragen, die Büroarbeit zu vereinfachen und Prozesse zu vereinfachen. Die neuen und vor allem kostenlosen Mitarbeiter sind die KI-Agenten. Sie sind ein autonomes System, das Ziele umsetzt anstatt nur Befehle auszuführen. KI-Agenten können selbstständig planen, Tools nutzen (wie Browser oder Datenbanken), Entscheidungen treffen und Aktionen ausführen, um komplexe Aufgaben vom Anfang bis zum Ende zu lösen, oft ohne menschliches Eingreifen. 

Auf dem Feld und insbesondere bei Rüstzeiten und auch Werkstatteinsatz wird die KI hingegen keinen kompletten Wandel herbeiführen können. Denn überall dort, wo Handarbeit erfolgen muss, kann sie keinen Beitrag leisten. Damit wird die KI nur wenig dazu beitragen können, eine spürbare Einsparung der Kostenstruktur zu ermöglichen. Viele Kosten sind Fixkosten, die nicht durch KI positiv beeinflusst werden können. Auch eine Senkung von Pachtpreisen wird nicht möglich sein. Ganz im Gegenteil: Der Pachtmarkt wird durch KI immer transparenter, und den Verpächtern ermöglicht die KI einen noch besseren Zugang zu Informationen und Erkenntnissen. In der Folge kann das sogar negativ bei Preisverhandlungen sein. Mit einer zunehmenden Entfremdung von Verpächter und Pächter (weil kein persönlicher Bezug mehr besteht), kommt dem Höchstpreis einer Pacht immer mehr Bedeutung zu.