Ghana. Speiseplan wird »westlicher« – mit allen Folgen
Mit wachsendem Wohlstand und zunehmender Urbanisierung verändert sich in den Ländern südlich der Sahara der Speiseplan. Das verbessert die Versorgung mit wichtigen Nährstoffen, geht aber auch mit steigenden Umweltproblemen einher, wie eine Studie der Universitäten Ghana und Bonn zeigt.
Je wohlhabender die Menschen, desto mehr verzehrten sie tierische Produkte wie Milch, Fleisch und Eier. Aber auch der Anteil hochverarbeiteter Lebensmittel stieg deutlich und der Konsum von Limonaden, Fruchtsäften, Kaffee und Tee. In zu hohem Maße schadet das nicht nur der Gesundheit, sondern auch der Umwelt, da z. B. die Erzeugung tierischer Produkte mehr Treibhausgase verursacht.
Die Wissenschaftler analysierten die Ernährungsdaten von 18.000 Haushalten in Ghana, Äthiopien und Nigeria und erstellten Lebenszyklusanalysen für einzelne Lebensmittel. Dabei werden die Umweltauswirkungen analysiert, die die Herstellung eines Produktes hat, von der benötigten Landfläche über den Düngereinsatz, Ernteertrag bis zu den Transportwegen. Welcher Anteil verdirbt, weil er nicht schnell genug zum Markt kommt, wird ebenfalls erfasst. Solche Analysen gab es bisher nur aus den Industrienationen. Je höher der Wohlstand der Menschen in den ändern, desto ähnlicher waren die Ernährungsgewohnheiten zu denen in westlichen Ländern. Die Autoren betonen, dass es ebenso arrogant wie zynisch sei, von den Bewohnern in den Ländern südlich der Sahara zu erwarten, zugunsten der Umwelt auf tierische Produkte zu verzichten. Um die ökologischen Auswirkungen zu begrenzen, nennen die Wissenschaftler Ertragssteigerungen als einen wichtigen Hebel. Aber auch technologische Fortschritte, unter anderem um Verluste zu minimieren, wie sie aktuell etwa durch fehlende Möglichkeiten zur Kühlung der Waren bestehen.