Resistenzmanagement. Es wird noch komplizierter
Die Problemgräser Ackerfuchsschwanz und Weidelgras werden künftig öfter gleichzeitig auf einem Schlag auftreten. Was heißt das für die ohnehin schon vertrackte Resistenzsituation und -strategie? Johannes Herrmann zeigt, welche Optionen bleiben.
Was bedeutet der gleichzeitige Befall mit Ackerfuchsschwanz und Weidelgras auf ein und derselben Fläche für die praktische Unkrautkontrolle? Besonders der Ackerfuchsschwanz (Alopecurus myosuroides) ist seit Jahrzehnten gefürchtet, weil er durch hohe Konkurrenzkraft im Getreide und immer häufigere Resistenzen gegen Herbizide schwer zu kontrollieren ist. In den letzten Jahren zeichnet sich eine zusätzliche Entwicklung ab: Das Welsche Weidelgras (Lolium multiflorum) breitet sich immer weiter aus – oft auch gemeinsam mit Ackerfuchsschwanz oder Windhalm. Dieses Zusammenspiel stellt die Landwirte vor komplexe Herausforderungen, die die Planung von Herbizidmaßnahmen und Fruchtfolge erheblich erschweren.
Der Ackerfuchsschwanz ist und bleibt nach wie vor das größte Problemungras in Deutschland, besonders im Hinblick auf Resistenzen gegen wichtige Herbizide. Daneben ist auch der Windhalm weit verbreitet und trägt zu den Ungrasproblemen bei. Parallel dazu tritt das Welsche Weidelgras immer häufiger auf und dies wird sich nach aktuellen Einschätzungen in den kommenden Jahren auch weiter fortsetzen. Bereits heute ist Weidelgras in Frankreich oder Dänemark ein ernst zu nehmendes Problem, das in vielen Regionen mit starken Ertragseinbußen und hohen Resistenzgraden einhergeht.