Rapsschädlinge. Die frühe Kontrolle ist entscheidend
Auch wenn der Winter regional für Frostperioden gesorgt hat – der Effekt auf die Rapsschädlinge ist noch nicht sicher abzuschätzen. Während etwa der Rapsglanzkäfer von kalten Phasen profitieren kann, bremsen sie beim Erdfloh Eiablage und Larvenentwicklung. Mit frühlingshaften Temperaturen rücken nun zuerst die Rüssler in den Fokus. Rainer Kahl zeigt, worauf es jetzt ankommt.
War das jetzt mal ein richtiger Winter? Eher nicht. Der Winter 2026 verlief zweigeteilt: Norden und Osten lagen wochenlang auf der kalten Seite, während der Winter dem Süden und Westen nur einen relativ kurzen Besuch abstattete. Und er ist dabei auch nicht wirklich kalt, denn dazu war der Dezember zu warm. Er ist »normal« und liegt nahe dem langjährigen Mittel. Die vorangegangenen 14! Winter waren alle zu mild.
Hat der Winter 2026 Auswirkungen auf die Rapsschädlinge? Ja, denn das Erwachen der Schädlinge wird von der Temperatur gesteuert. Kältere Böden bedeuten ein späteres Erwachen. Doch auch bei dieser Aussage ist Vorsicht geboten. Denn bereits wenige warme, sonnige Tage können ausreichen, um die Böden in geschützten Lagen entsprechend zu erwärmen. Das war in den vergangenen warmen Wintern verbreitet schon im Februar der Fall. Und trockene Böden erwärmen sich schneller. Wie schnell es gehen kann, hat der Autor selbst erlebt: Mitte Februar Winterwetter mit Schneeverwehungen verleitete zu der Aussage, dass das Aufstellen der Gelbschalen noch Zeit hat. Nur eine Woche später war Frühling. Auf der Nordseite lag noch Schnee, auf der Südseite gab es Käferalarm.
Eines hat in diesem Winter aber deutschlandweit gefehlt: Niederschlag. Die Bodenwasservorräte sind verbreitet im Defizit. Darüber kann auch der Schnee nicht hinwegtäuschen. Zumal Ostwinde den Schnee zusätzlich umverteilt haben. Das führt zu freigewehten Feldern und Schneewehen an den Feldrändern und insgesamt zu einer schlechten Verteilung.