Symbolbild Risiko Tachometer
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Frankreich. Risiko absichern kostet Geld

Wahrscheinlich wird es in den Verhandlungen zur Gemeinsamen Agrarpolitik stärker als bisher um Risikoabsicherung gehen

Die EU-Kommission will als »Zuckerstückchen« im Zuge des Mercosur-Abschlusses auch diesen Bereich ausbauen. Risikoabsicherung bedeutet in der Praxis vieler EU-Länder »Ernteversicherung«. Die Erfahrungen in Frankreich zeigen, dass dies leichter gesagt als umgesetzt ist. Ziel der französischen Regierung bis 2030 ist, 60 % des Ackerlandes und der
Rebflächen sowie 30 % des Grünlandes und der Obstbauflächen in eine Mehrgefahrenversicherung zu bekommen. Bei Grünland und im Obstbau gibt es Fortschritte auf niedrigem Niveau. Von den Weideflächen waren zuletzt nur 9 % versichert – vor der Reform der Ernteversicherung 2023 waren es nur 0,5 %.

Erklärt wird dieser geringe Anteil mit der Unzuverlässigkeit der auf Satelliten gestützten Schadenserfassung, die Hagelund Dürreschäden systematisch unterschätze. 

Kaum Bewegung aber zeigt sich bei den Acker- und Rebflächen. Der Anteil der versicherten Ackerfläche hat sich zwischen 2022 und 2024 von 31 auf knapp 37 % nur marginal erhöht. Der
Grund hierfür: das »zu gute« Wetter, das die Risikowahrnehmung der Landwirte veränderte. Sie sahen weniger den möglichen Schaden als die zu zahlende Versicherungsprämie, die ihnen angesichts der wirtschaftlichen Lage offenbar als zu hoch erschien. 

Etwas böse könnte man sagen: Spätestens in einem Dürrejahr rufen gerade die französischen Bauern wieder nach dem Staat und verlangen Notfallzahlungen.