Volatilität. Stressphasen einkalkulieren
Die Schwäche vieler Risikobetrachtungen: Sie gehen vom Durchschnitt aus, obwohl es in der Praxis auf die Belastbarkeit in Phasen extremer Preisschwankungen ankommt. Frank Romeike zeigt, warum klassische Risikobilder zu kurz greifen.
Der Blick auf die Preistafel gehört längst zum Alltag: Diesel, Dünger, Strom oder Getreide – Preise verändern sich kontinuierlich. Stabilität ist die Ausnahme. Sicher ist nicht der Preis, sondern seine Veränderung. Genau darin liegt ein verbreiteter Denkfehler: Was als sicher gilt, wird gedanklich oft nicht mehr als Risiko verstanden. Viele Risikobetrachtungen setzen genau hier falsch an. Sie orientieren sich am Durchschnitt oder an »wahrscheinlichen« Entwicklungen. Die Praxis ist eine andere: Betriebe geraten nicht wegen normaler Schwankungen unter Druck, sondern wegen extremer Ausschläge. Risiko entsteht dort, wo die Realität von Stressszenarien überholt wird.