Europa. Selektives Trockenstellen geht auch viertelindividuell
Selektives Trockenstellen hat keine Nachteile gegenüber flächendeckendem Einsatz von antibiotischem Trockensteller. Das bestätigt nun auch die europäische Arzneimittelagentur (EMA).
Im Gegenteil: Sowohl auf Einzeltierbasis als auch viertelindividuell bietet der gezielte Antibiotikaeinsatz eher Vorteile, da er dabei hilft, Antibiotika einzusparen und Resistenzbildung zu vermeiden. So die Auskunft der EMA auf eine Anfrage aus Deutschland. Voraussetzung dafür sei ein gutes Herdenmanagement, genaue Diagnostik und der Einsatz von Zitzenversieglern.
Dass das selektive Trockenstellen gut funktioniert, ist schon seit über zehn Jahren bekannt. Grundlage für die Entscheidung auf Einzeltierbasis ist die gute Eutergesundheit: Wenn Tiere, die in den vergangenen Monaten < 100.000 Zellen aufwiesen, zum Trockenstellen einen unauffälligen Schalmtest zeigen, reicht der interne Zitzenversiegler aus. Die Untersuchung der EMA bestätigt nun noch mal offiziell, dass dies auch für die viertelindividuelle Behandlung gilt. Die Packungsbeilagen der antibiotischen Eutertuben sollen nun dahin gehend angepasst werden.