Blühstreifen. Das Dilemma mit der Pflege
Blühflächen sollen das Nahrungsangebot für Insekten verbessern, aber ihnen auch Möglichkeiten zum Überwintern bieten. Das bedeutet, es gibt gegensätzliche Ansprüche an die Pflegemaßnahmen. Tabea Theis und Thorsten Ruf haben verschiedene Strategien verglichen.
Blühflächen leisten mehrere Beiträge zur Förderung der Biodiversität in Agrarlandschaften. Neben ihrem Wert als Nahrungsquelle stellen sie wichtige Nist- und Überwinterungsbiotope für zahlreiche Insektengruppen dar. Werden sie als größere, zusammenhängende Fläche angelegt, können sie auch als Habitat und Schutz für Vögel und Kleinsäuger dienen.
Im Sinne einer höheren Biodiversität fördert daher die EU-Agrarpolitik die Anlage ein- und mehrjähriger Blühstreifen oder -flächen. In der Regel werden Vorgaben zu Flächengröße, den zu verwendenden Saatgutmischungen und zur Aussaat definiert, auch Mindestanforderungen an die Bewirtschaftung gehören dazu.
Diese Vorgaben umfassen bei mehrjährigen Blühflächen typischerweise Pflegemaßnahmen ab dem zweiten Standjahr durch Mähen oder Mulchen. Die Pflegemaßnahmen sind meist nach Vegetationsende oder im Spätwinter vor der Setz- und Brutzeit vorgesehen, wobei gelegentlich auch Schröpfschnitte während der Vegetationsperiode auf Teilflächen zulässig sind. Generell wird bei der Pflege darauf verwiesen, dass die Bestände ihrer Funktion als Nahrungsquelle für Insekten durch den Blühaspekt sowie als Winterfutter (Samen) für Vögel gerecht werden sollen.