Okolandbau. Das Gesamtsystem steht im Mittelpunkt
Ökologischer Landbau steht für nachhaltige Produktivitätssteigerung im Einklang mit Arten- und Ressourcenschutz. Dag Frerichs und Gunther Lötzke zeigen, dass Fruchtfolge, Nährstoffmanagement, Vermarktung und Förderung bestimmen, wie Betriebe bestehen.
Landwirtschaft ist eine vielschichtige Optimierungsaufgabe. Eine einseitige Ausrichtung auf maximale Naturalerträge ist dabei weder nachhaltig noch gesellschaftlich verantwortbar. Höchsterträge sind in der Regel mit einem erhöhten Betriebsmitteleinsatz und entsprechenden Umweltwirkungen verbunden, deren Folgekosten von der Allgemeinheit getragen werden müssen. Berücksichtigt man neben natürlichen Produktionsprozessen weitere Faktoren wie ökologische Erfordernisse und Ressourcenschutz, politische Rahmenbedingungen, gesellschaftliche Erwartungen oder ökonomische Zwänge, wird deutlich: Ein eindeutig »optimaler« Naturalertrag existiert nicht. Vielmehr entsteht ein Spannungsfeld zwischen Ertrag, Umweltwirkung, Wirtschaftlichkeit und gesellschaftlicher Verantwortung.
Ertrag als Zusammenspiel unterschiedlicher Leistungen
Der wirtschaftliche Ertrag eines landwirtschaftlichen Betriebes ergibt sich aus dem Zusammenspiel unterschiedlicher Leistungen. Neben Verkaufserlösen können auch Umwelt-, Klima- oder Gemeinwohlleistungen einen relevanten Bestandteil des betrieblichen Ertrags darstellen, sofern sie honoriert werden. Je nach Gewichtung und Entlohnung einzelner Leistungen verschiebt sich das betriebliche Ertragsoptimum.