Feldversuche. Wann rechnen sich Fungizide?
Sind die Bedingungen für die Entwicklung von Schadpilzen günstig, reichen vorbeugende Maßnahmen oft nicht, um Schäden zu verhindern. Fungizide sind dann die Notbremse – aber nur, wenn der potentielle Schaden teurer als die Spritzung ist. Marco Beyer liefert konkrete Zahlen aus Versuchen mit Winterweizen.
Wann lohnt sich ein Fungizideinsatz im Winterweizen? Welche Maßnahmen sollte man aus ökonomischen Gründen lieber einsparen? Orientierung bieten die Bekämpfungsschwellen, die ja eine wirtschaftliche Komponente enthalten. Sie nehmen implizit an, dass die Kosten für eine Fungizidspritzung ähnlich liegen, wie in der Vergangenheit. Die Preise für das Fungizid selbst, für Diesel, Arbeit und Maschinen sind zum Zeitpunkt der Notwendigkeit einer Entscheidung für oder gegen das Spritzen also bereits bekannt.
Maßgeblich dafür, ob sich eine Fungizidbehandlung lohnt, ist aber auch der Erzeugerpreis für Winterweizen. Und er ist zum Zeitpunkt der Notwendigkeit einer Entscheidung für oder gegen den Fungizideinsatz häufig noch unbekannt. Ungewöhnlich hohe oder ungewöhnlich niedrige Erzeugerpreise führen bei der Verwendung starrer Bekämpfungsschwellen zu suboptionalen Ergebnissen.
In Luxemburg wurde ein Versuch angelegt, um zu beantworten, wie hoch der Weizenerzeugerpreis sein muss, damit ein Fungizideinsatz rentabel wird, wie viel Ertrag er absichern muss und was er maximal kosten darf, damit er sich lohnt.