Ackerböden. Humusaufbau bleibt im Ökolandbau aus
Dem ökologischen Landbau werden viele positive Umwelteffekte nachgesagt. Einer davon ist die Erhöhung der Humusvorräte im Ackerbau. Eine Studie des Thünen-Instituts kam nun zu einem ganz anderen Schluss. Axel Don ordnet die Ergebnisse aus zwei umfassenden deutschlandweiten Bodendatensätzen ein.
Dutzende Langzeit-Feldexperimente zum Systemvergleich zwischen Ökolandbau und konventioneller Landwirtschaft haben gezeigt, dass die Öko-Parzellen mehr Bodenkohlenstoff in Form von Humus speichern als Parzellen unter konventioneller Bewirtschaftung. In diesen Feldversuchen werden bestimmte Annahmen dazu gemacht, wie Ökolandbau aussieht, insbesondere zur Menge der organischen Düngung. Die Daten von 2 159 Ackerstandorten aus der Bodenzustandserhebung Landwirtschaft, die in den Jahren 2011 bis 2018 durchgeführt wurde, boten die Möglichkeit festzustellen, ob die Ergebnisse aus den Experimenten übertragbar sind auf die landwirtschaftliche Praxis. Das Ergebnis: Im Mittel zeigte sich kein signifikanter Unterschied im Bodenkohlenstoffgehalt und -vorrat unter ökologischer und konventioneller Bewirtschaftung. Selbst bei den Flächen mit sehr langer ökologischer Bewirtschaftung war kein Humusaufbau nachweisbar.