Wetterleuchten

 

Die gesamte Branche ist im Umbruch – das war auf den DLG-Feldtagen deutlich zu spüren. Und nicht nur da. Beim Treffen der Züchter und Saatguthändler im Mai auf Burg Warberg waren die Diskussionen ebenfalls heftig. Es geht um nicht weniger als die zukünftige Struktur und Organisation der gesamten Branche:

• Welche Züchter können überleben?

• Wer organisiert in Zukunft die Getreidevermehrung?

• Wer verkauft künftig das Saatgut?

• Wie tief steigen die Pflanzenschutzanbieter in das Saatgutgeschäft ein?

Wie ein Blitz schlug auf den DLGFeldtagen die Meldung der Übernahme der SW-Seed durch Syngenta Agro ein. Damit ist Syngenta als erstes Pflanzenschutzunternehmen ein Vollanbieter, der alle wichtigen Ackerkulturen nebst Pflanzenschutz aus einer Hand anbietet. Gleichzeitig ist der letzte größere Züchter mit eigenständigem Getreidezuchtgarten vom Markt. Weitere Blitze werden folgen, zunächst vielleicht in Form von Kooperationen, später auch wieder in Form von Übernahmen.

Muss das Sie als Landwirt interessieren? Ich denke schon. Denn dahinter steckt auch die langfristige Strategie, Saatgut und Pflanzenschutz direkt und ohne den Umweg über den Handel zu vertreiben. Für Züchter und Chemiefirmen ein riesiger Vorteil. Denn damit können die ihre eigenen Produkte viel besser platzieren. Dann kommt der Firmenaußendienst nicht mehr als Berater (der natürlich seine Produkte empfiehlt), sondern als Verkäufer zu Ihnen. Der Landhandel bleibt Ihnen als Käufer Ihres Getreides, als Dienstleister und Düngerlieferant erhalten. Das muss nicht  schlecht sein, aber die Konkurrenz fördert es nicht.

 

Christian Bickert