Stimmung ist immer relativ

 

EuroTier. 156 000 Besucher kamen zur EuroTier – mehr als erwartet. Und die Aussteller berichteten über viele an konkreten Maschinen oder Produkten interessierte Landwirte und wenig »Laufkundschaft«. Das ist fast etwas verwunderlich, denn die meisten Tierhalter sind mit ihrer derzeitigen Situation alles andere als zufrieden. Kein Wunder bei den in den Keller gehenden Milch- und schon länger niedrigen Ferkel- und Schweinepreisen. Große Investitionen werden da eher verschoben als forciert. Aber es müssen ja nicht immer gleich ein kompletter neuer Stall oder umfang­reiche Umbaumaßnahmen sein. Kleine Neuanschaffungen, die die Arbeit erleichtern, gab es ja auch reichlich
zu sehen.
Preistäler mussten die Landwirte bereits in der Vergangenheit immer wieder überstehen und dabei trotzdem zukunftswirksam wirtschaften und investieren. Neu ist allerdings, dass zu den schlechten Preisen ein verändertes gesellschaftliches Umfeld kommt. Die Landwirte stehen einer »Wand« von Ablehnung und nicht erfüllbaren gesellschaftlichen Anforderungen gegenüber. Das ist frustrierend, zumal sie sich redlich Mühe geben: Hohe Investitionen in mehr Tierschutz und Tiergerechtheit sowie vielfältige Öffentlichkeitsarbeit gehören dazu. Auch auf der EuroTier gab es dafür jede Menge Beispiele.
Ob damit die Kritiker wirklich erreicht werden und ihre Stimmen daraufhin verstummen, ist sehr unwahrscheinlich. Auch wenn dies für die Landwirte ebenfalls frustrierend ist, die Hoffnung stirbt zuletzt. Resignation wäre das völlig falsche Signal!

 

Bianca Fuchs