Haben Sie noch den Durchblick?

 

Geht es Ihnen ähnlich wie mir, dass Sie im Dschungel der Förderprogramme allmählich ein wenig die Orientierung verlieren? Das liegt daran, dass die im Frühjahr angeschobenen Agrarumweltmaßnahmen für die bevorstehende Förderperiode 2015 bis 2020 jetzt nach und nach Form annehmen und die Bundesländer die Details bekannt geben. Insgesamt wird die Agrarpolitik grüner. Das heißt, Umwelt-, Natur-, und Klimaschutzmaßnahmen erhalten einen höheren Stellenwert. Daher gibt es zum Teil mehrere parallele Programme, die aus verschiedenen Töpfen finanziert werden. Das stiftet Verwirrung. So hatte Niedersachsen beispielsweise im April das Programm »Vielfältige Fruchtfolgen« angekündigt, jetzt jedoch wieder einen Rückzieher gemacht. Die Begründung: Bei der Konzeption des Programmes sei man davon ausgegangen, dass Leguminosen im Rahmen des Greenings mit dem Faktor 0,3 als ökologische Vorrangflächen angerechnet würden. Inzwischen wurde der Anrechnungsfaktor aber auf 0,7 erhöht, sodass sich der Anbau von Eiweißpflanzen auch ohne diese Agrarumweltmaßnahme für viele Landwirte lohnen dürfte, meint Niedersachsen. Diese Argumentation ist jedoch mehr als fragwürdig, da der Gewichtungsfaktor 0,7 für Leguminosen bereits im März von EU-Kommission und -Parlament abgesegnet wurde.

Auch wenn es derzeit müßig ist, die komplette Matrix an Fördermöglichkeiten zu überblicken, sind die Angebote der Bundesländer im Rahmen der zweiten Säule der EU-Agrarpolitik durchaus attraktiv. Da eine Doppelförderung nicht möglich ist, bleibt Ihnen eine gründliche Recherche allerdings nicht erspart. Das jedoch sollte für jeden Unternehmer selbstverständlich sein.

 

Katrin Rutt