Den Ball flach halten

 

Sachkundenachweis. Wer in der Schweinehaltung erfolgreich sein will, für den ist Weiterbildung selbstverständlich. Und sie ist auch unerlässlich, um mit den immer komplexer werdenden Anforderungen zurechtzukommen. Denn sowohl die Rahmenbedingungen als auch die Erkenntnisse ändern sich ständig. Gute Beispiele dafür sind die Nottötung oder das Verhindern von Schwanzbeißen. Trotzdem scheint der vorgeschlagene Sachkundenachweis für Tierhalter ein herrliches Thema zu sein, um sich aufzuregen. Aber: Ein »Bürokratiemonster« wird dabei wohl nicht herauskommen. Die Vorschläge des Kompetenzkreises Tierwohl, die Dokumentation über QS abzuwickeln, klingen vernünftig und bedeuten für den Schweinehalter wohl nur »Zettel mitnehmen, knicken, lochen, abheften« – ein zumutbarer Aufwand. Und wenn ungelernte Mitarbeiter durch einen überschaubaren »Grundkurs« legitimiert werden, Injektionen, Schwanzkürzen, Nottötungen etc. durchführen zu dürfen, wird das manchen Chef ruhiger schlafen lassen. Eine Auslagerung könnte sogar eine Effizienzsteigerung bedeuten, besonders wenn diese Kurse auf Polnisch oder Rumänisch angeboten würden. Auch wenn noch offen ist, wie das geplante Punktesystem ausgestaltet werden soll, lässt sich doch schon jetzt heraushören, dass der Fortbildungsaufwand nicht über das jetzt schon übliche Pensum hinausgeht. Man sollte sich gut überlegen, ob man bei diesem Thema auf Konfrontation gehen will, oder ob man sich seine Kräfte für Kampagnen gegen wirklich unsinnige Vorschriften spart. Durch eine Fortbildung mehr ist noch kein Betrieb pleitegegangen.

 

Christin Benecke