Brandgefährlich

 

Pflanzenschutzmittelabgabe. Einem neuen Gutachten des Umweltforschungszentrums Leipzig zufolge lässt sich der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln am besten mit einer Steuer begrenzen. Das Ergebnis wundert nicht, wenn man den Auftraggeber kennt: Es ist der Schleswig-Holsteinische Landwirtschaftsminister Habeck. Es geht dabei um keine Kleinigkeit, sondern um 1 Mrd. € im Jahr bzw. durchschnittlich 85 € je ha Ackerfläche (plus Mehrwertsteuer). Für intensive Sonderkulturen etwas mehr, für Getreide etwas weniger. Das sei eine zumutbare Belastung, die die Betriebe nicht gefährde. Es ist zwar nur die Auftragsstudie eines Landesministers, aber auch da wäre etwas mehr Ehrlichkeit angebracht:
• Die Studie, die sich an Vorbildern in Dänemark, Schweden und Frankreich orientiert, berücksichtigt weder die unterschiedlichen Produktionsbedingungen in den »Vorbildländern« noch die sehr  schlechten Erfahrungen, die man in Dänemark gemacht hat.
• Die Kosten von 1 Mrd. €, mit MwSt. 1,2 Mrd. €, machen laut Studie etwa 20 % des Gewinns im Ackerbau aus. Dies als zumutbar zu bezeichnen, ist geradezu eine Verhöhnung der Bauern.
• Schad- bzw. Bekämpfungsschwellen und die Erfolge des integrierten Pflanzenschutzes ignorieren die »Experten«.
Eine solche Steuer wäre fatal für die Bauern. Erst einmal eingeführt, kann sie je nach politischer Gemütslage verändert und angepasst werden – in der Regel nach oben. Außerdem ist sie ein Vorbild für weitere Steuern, etwa auf Stickstoff oder Phosphor, vielleicht auch auf Ställe? Die  Steuereinnahmen sollen übrigens an Ökoberater, in die Ökoforschung und in Maßnahmen wie Ackerrandstreifen fließen.

 

Dr. Ulfried Obenauf