Bayerns Bauern und Bienen

 

Volksbegehren. Wir sind Landwirte, keine Landschaftsgestalter. Wir wollen ackern und Vieh halten, nicht die Bevölkerung bei ihren Spaziergängen mit bunten Blumen erfreuen. Wir sind stolz darauf, dass wir mit unserer Leistung die Menschen ernähren, aber mit dem Naturschutzkram könnt ihr uns mal... Das ist kein öffentlicher O-Ton aus Bayern im Zusammenhang mit dem Volksbegehren im Februar, aber so klingt es unter Landwirten schon mal an.

Es waren nicht die konkreten Paragraphen des Naturschutzgesetzes, die vor allem die Städter in großer Zahl zur Abstimmung trieben und die Landwirte auf die Palme. Es waren schlicht Emotionen, die ungebremst aufeinandergeknallt sind. Sie standen schon lange im Raum, jetzt haben sie einen Anlass gefunden. Auch Landwirte sind nicht unbegrenzt leidensfähig. Es stinkt ihnen (und mir auch), dass sie im Zusammenhang mit den Insekten ständig von Leuten als alleiniger Sünder vorgeführt werden, die damit offenbar ihr ökologisches Gewissen (Auto, Flugreisen, Einfamilienhaus...) selbst entlasten wollen. Den Insekten schaden wir alle. Das abstrakte Fremde aber ist als Sack zum Prügeln immer willkommen.

Wenn sich die Emotionen etwas gelegt haben, stellt sich die Frage: Was nun? Der Rückgang der Insekten ist real. Die bayerische Regierung will Bienen und Bauern versöhnen. Das möchte sie nicht verordnen, also wird sie Geld in die Hand nehmen. Für Landwirte bedeutet das am Ende ein schlichtes ökonomisches Kalkül. Und wo soll das aufgehen, wenn nicht im reichen Bayern? Die Bauern allein werden die Insekten nicht retten – aber sie können viel dazu beitragen.

 

Foto: Thomas Preuße