Und was ist mit der Effizienz?

Ernährungssicherheit. Wie lässt sich der wegen ausbleibender Getreidelieferungen aus der Ukraine und aus Russland gefürchtete dramatisch zunehmende Hunger lindern? Wie müssen wir unser Ernährungssystem ändern, um mehr Getreide in betroffene Länder liefern zu können? Dazu gibt es aktuell von zig Wissenschaftlern Vorschläge. Zentrale Punkte dabei sind immer: Den Verzehr tierischen Eiweißes und die Lebensmittelverschwendung verringern.

Es spricht vieles dafür, Käse und Fleisch nicht im Übermaß zu essen. Aber wie ist das mit Blick auf die sparsamere Flächennutzung gemeint? Mehr Weißbrot statt Fleisch und Käse oder gar nichts? Wie groß ist bei den Alternativen sonst die Flächenersparnis? Und wäre nicht auch der Verzicht auf flächenverbrauchenden Luxus sinnvoll – auf Spargel, Erdbeeren, Bier? Aber das sind ohnehin theoretische Diskussionen: Die Konsumgewohnheiten zu ändern, hat der Staat keine Handhabe. Das gilt auch für die Reduktion der Lebensmittelverschwendung. Seit Jahren ist sie ein wichtiges Ziel. Aber die Erfolge bei dessen Umsetzung sind mäßig. Wie groß der Effekt der vorgeschlagenen gestaffelten Mehrwertsteuersätze für pflanzliche und tierische Produkte wäre, ist auch schwer zu sagen.

Ein viel größerer Hebel ließe sich doch auf der Produktionsseite ansetzen. Aber ein wesentlicher Aspekt fehlt in vielen Vorschlägen: Wie lässt sich − ohne Farm-to-Fork zu vernachlässigen − mehr Effizienz erreichen? Wie auf möglichst wenig Fläche umweltschonend möglichst viel erzeugen? Ressourcen und Flächen sparen, sind doch förderwürdige Maßnahmen. Das wäre bisher mit Blick auf CO2 schon wünschenswert gewesen und ist es jetzt mit Blick auf die Flächeneffizienz.

Lisa Langbehn