Traumberuf Landwirt?

Nachwuchs. Das Berufsbild des Landwirts verliert zunehmend an Attraktivität. Nur noch jeder zweite Deutsche sieht darin einen Job mit Zukunft. Schlimmer noch: Je jünger die Befragten der Civey-Umfrage für die Rabobank, desto weniger attraktiv erscheint der Beruf des Landwirts. Die Ausbildungszahlen sind bereits rückläufig – das Problem ist auf den Betrieben angekommen. Ein verdutzter Landwirt, der noch vor einigen Jahren auswählen konnte, welchen Lehrling er einstellt, erzählte mir, wie er einen potentiellen Azubi nach dem Vorstellungsgespräch sagen hörte: »Ich mag Sie. Sie kommen auf meine Shortlist. Ich melde mich, wenn ich mich entschieden habe.« Sprachs und ging.

Wie schaffen wir es, die jungen Leute von unserer Branche zu begeistern? Sie zu fördern und zu halten? Die Imagekampagne des Handwerks zeigt, wie es gehen kann. Bereits seit einem Jahrzehnt wird mit eingängigen Slogans auf Plakaten, in TV-Schaltungen und mit digitalen Werbemaßnahmen auf sich aufmerksam gemacht. Klar ist: Das kostet Geld und erfordert eine branchenweite Initiative.

Es ist aber auch jeder einzelne Landwirt gefordert. Provokant gefragt: Ist das Stimmungsbild beim Berufsnachwuchs nicht vielmehr hausgemacht? Ja, lautet die Antwort, wo »Stallgeruch« vorausgesetzt wird, die Stellenanzeigen ohne Pfeffer, aber voller Standardphrasen sind, nicht selten ohne Wertschätzung in der Ansprache. Junge Leute gewinnen Sie anders. Der Erfolg bei der Akquise und langfristigen Beschäftigung liegt heute stärker denn je in kreativen Maßnahmen bei der Anwerbung und der flexiblen Gestaltung der Arbeitsbedingungen begründet.

 

 

Thomas Künzel