Wirkstoff sind da, aber die Zulassung stockt

 

Syngenta hat nach eigenem Bekunden die Übernahme durch ChemChina inzwischen abgeschlossen und kann den damit verbundenen Verkauf einiger Produkte an Wettbewerber kompensieren. Mit 9,7 Mrd. US-$ Umsatz weltweit im Pflanzenschutz sieht sich das Unternehmen an der Spitze der Anbieter – und verweist auf eine gut gefüllt Produktpipeline. Das Problem sind weniger die Produkte, als vielmehr die Zulassung in Deutschland. Mehr als 700 Zulassungsanträge stapeln sich bei den deutschen Behörden, 2017 wurden gerade einmal rund 150 abgeschlossen. Bis dieser Berg abgebaut ist, wird es Jahre dauern. Daher kommen Produkte verspätet auf den Markt (vergangenes Jahr Elatus Era, dieses Jahr Avoxa), was Umsatz und Marktdurchdringung kostet. Aber auch die Neuzulassung für Bravo (Chlorthalonil) steckt nach Aussage des Geschäftsführers Deutschland, Dr. Manfred Hudetz, in dem Berg. Teilweise – wie bei der Bienenrichtlinie – sind die Zulassungsbedingungen so theoretisch, dass sie in der Praxis gar nicht durchgeführt werden können. Daher wird es auch noch dauern, bis der neue Carboxamid-Wirkstoff Adepidyn, der jetzt in Südamerika zugelassen wurde, auf dem deutschen Markt erhältlich sein wird.

Beim Saatgut setzt Syngenta auf Hybridgetreide. Mit Investitionen von 8 Mio. € in eine neue Aufbereitungsanlage für Hybridgetreide in Bad Salzuflen unterstreicht Syngenta seine Ausrichtung auf Hybridgetreide in der Saatgutzüchtung. Nachdem die Zuckerrübensparte verkauft wurde, sind nunmehr der Raps und vor allem Hybridweizen sowie Hybridgerste im Fokus des Unternehmens. Zwei neue Hybridgersten wurden gerade erst im März zugelassen, mit den ersten Hybridweizensorten rechnet das Unternehmen in Deutschland ab 2022. In Frankreich sollen bereits 2 Jahre früher Sorten auf den Markt kommen. Bei Wintertriticale will Syngenta seine Position am Markt behaupten.